Versteckt auf dem Potsdamer Telegrafenbergs thront der Einsteinturm. Ursprünglich erbaut, um Albert Einsteins Relativitätstheorie zu beweisen, ist das Observatorium heute ein Magnet für alle, die Architektur, Wissenschaft und Geschichte lieben.
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Der Einsteinturm: Ein expressionistisches Meisterwerk im Namen der Forschung

Der Turm wurde zwischen 1919 und 1921 vom Architekten Erich Mendelsohn entworfen. Mendelsohns visionärer Entwurf brach komplett mit den strengen, eckigen Bauweisen seiner Zeit und setzte stattdessen auf fließende, organische Formen.
Eigentlich sollte das geschwungene Observatorium aus Beton gegossen werden. Doch das war damals bautechnisch eine enorme Herausforderung . Daher besteht ein Teil der Fassade heimlich aus verputztem Ziegelmauerwerk. (Keine Sorge, Erich, wir verraten’s niemandem!)
Als Einstein den Turm nach seiner Fertigstellung besichtigte, soll Erich Mendelsohn nervös auf das Urteil des Physikers gewartet haben. Nach ausgiebiger Betrachtung fasste Einstein seine Meinung zur ungewöhnlichen Bauweise mit nur einem einzigen Wort zusammen: „Organisch!“
Wie der Beweis der Relativitätstheorie (vorerst) scheiterte

Der Turm sieht nicht nur toll aus, er hatte auch einen handfesten Auftrag. Die Astronomen wollten hier die von Einstein entwickelte Relativitätstheorie endgültig beweisen, indem sie die vorhergesagte Rotverschiebung des Sonnenlichts im Gravitationsfeld der Sonne messen.
Das Herzstück des Observatoriums ist ein 14 m langer Spektrograf, der bis in den Keller reicht. Ein System aus Spiegeln in der Kuppel fängt das Sonnenlicht ein und leitet es nach unten. Dort wird das Licht in seine Spektralfarben zerlegt, um die Rotverschiebung im Schwerefeld der Sonne zu messen.
Doch die Mission schlug fehl. Die hochsensiblen Messgeräte wurden von atmosphärischen Störungen und Eruptionen auf der Sonne derart irritiert, dass der klare Beweis schlicht nicht erbracht werden konnte.
Auch wenn der erste große Versuch floppte, wird hier bis heute Forschung betrieben. Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam nutzt den Turm zur Sonnenforschung und Ausbildung. Dabei nutzen sie noch heute die oben beschriebene ausgeklügelte Technik im Turm.
Was euch heute am und im Einsteinturm erwartet

Das Außengelände könnt ihr tagsüber kostenfrei betreten und das beeindruckende Bauwerk von allen Seiten auf euch wirken lassen. Wenn ihr jedoch einen Blick auf die Optiklabore und das Linsensystem im Inneren werfen wollt, müsst ihr euch vorab für eine der einem im Monat stattfindenden Führungen über den Urania-Verein Potsdam anmelden.
🚗 Mit dem Auto fahrt ihr über die A115 bis zur Abfahrt Potsdam-Babelsberg, folgt der Nuthestraße in Richtung „Wissenschaftspark Albert Einstein“ und parkt dort nahe der Pforte.
🚇 Mit den Öffis schnappt ihr euch den RE1 oder die S7 zum Potsdamer Hauptbahnhof und fahrt von dort mit dem Bus 691 bis zur Endhaltestelle Telegrafenberg.
📍 Wissenschaftspark Albert Einstein, Telegrafenberg, Potsdam
📆 Außenbesichtigung tagsüber jederzeit; Innenführungen nach Voranmeldung
⏳ ca. 45 Minuten für den Spaziergang auf dem Gelände, Führungen dauern 90 Minuten
💵 Außenbereich kostenlos; Führungen kosten regulär 12 €
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