Ihr seid nach Christopher Nolans Blockbuster im Odyssee-Fieber? Dann müsst ihr nicht allzu weit reisen, um antike Mythen hautnah zu erleben. Direkt in Berlin wartet das unglaubliche Erbe von Heinrich Schliemann auf euch – dem Mann, der im 19. Jahrhundert das sagenhafte Troja entdeckte und Berliner Ehrenbürger ist.
Taucht im Neuen Museum auf der Museumsinsel tief in die faszinierende Welt ein, bestaunt trojanische Altertümer und wenn ihr „Die Odyssee„noch nicht gesehen habt, dann könnt ihr euch hier Tickets holen!
Heinrich “Troja” Schliemann: Vom Mecklenburger Kaufmann zum Berliner Ehrenbürger

Schliemann war ein steinreicher Geschäftsmann, der sich im Alter von fast 50 Jahren entschied, seinen Kindheitstraum zu leben. Mit Homers Epos „Ilias“ als Schatzkarte bewies er der staunenden Welt, dass Troja kein Märchen war.
Aus tiefer Dankbarkeit für die wissenschaftliche Anerkennung seiner Arbeit schenkte er seine epochalen Funde dem deutschen Volk und wurde 1881 zum Ehrenbürger von Berlin ernannt.
Das dunkle Geheimnis des Troja-Entdeckers

Aber Schliemann war kein ausgebildeter Archäologe. Getrieben von seiner Obsession ließ er den Hügel Hisarlık in der heutigen Türkei von Arbeitern schonungslos umgraben.
Mit dem berüchtigten „Schliemann-Graben“ pflügte er durch die Geschichte und sprengte unwiederbringlich genau jene jüngeren Schichten (Troja VI/VII), die vermutlich aus der Zeit des echten Trojanischen Krieges stammten.
Als er 1873 auf prunkvolles Gold stieß, war er sich sicher, den „Schatz des Priamos“ gefunden zu haben. Heute wissen wir: Der Fund ist rund 1000 Jahre älter als Homers Krieg.
Als PR-Stratege inszenierte er ihn dennoch meisterhaft. Unvergessen bleibt das Foto seiner (sehr sehr!) jungen Frau Sophia mit dem antiken Goldschmuck (s. Bild unten). Dreist schmuggelte er die Beute vertragswidrig an den osmanischen Behörden vorbei nach Athen.
Das goldene Erbe im Neuen Museum

Sein Lebenswerk wird heute in der Sammlung des Museums für Vor- und Frühgeschichte zelebriert. Zwar befindet sich das Original des Goldschatzes seit dem Ende des 2. Weltkriegs als Beutekunst in Moskau, doch die meisterhaft gefertigten Galvanoplastiken und hunderte originale Keramiken lassen euch garantiert staunen.
Im Alten Museum findet ihr außerdem eine antike Vase, die zeigt, wie der heimkehrende Odysseus die Freier seiner Frau Penelope mit dem Bogen erschießt. (s. Bild oben)
Tipp: Wenn ihr nach dem Museumsbesuch noch nicht genug habt, macht einen Abstecher in den Prenzlauer Berg. Schlendert über die Schliemannstraße und sinnt etwas über den stumpfsinnigen Visionär nach, der unser Bild der Antike für immer veränderte.
So kommt ihr hin:
🚇 Mit den Öffis: Nehmt am besten die U-Bahn-Linie U5 bis zur Station „Museumsinsel“. Alternativ mit der S-Bahn bis „Hackescher Markt“ oder „Friedrichstraße“, von wo aus es nur ein kurzer Spaziergang entlang der Spree ist.
🚗 Mit dem Auto: Einen Parkplatz direkt auf der Museumsinsel zu finden, ist quasi ein moderner Mythos. Nutzt daher am besten die kostenpflichtigen Parkhäuser am „DomAquarée“ oder unter dem „Bebelplatz“.
📍 Neues Museum, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin
📆 Täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr (Montags geschlossen)
⏳ Plant etwa 1,5 bis 2 spannende Stunden ein
💵 14 €, ermäßigt 7 €
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