In Berlin-Tempelhof verbirgt sich ein Stück waschechtes Mittelalter. Die Dorfkirche Tempelhof (Aufnahme oben ca. 1930, koloriert) geht auf eine Niederlassung der berühmten Tempelritter um das Jahr 1200 zurück und diente einst als mächtiger Komturhof.
Heute zieht das gut erhaltene Areal gleichsam Geschichtsfans, Mythenjäger und Erholungssuchende an. Wir finden, ihr solltet diesem historischen Juwel im Süden der Hauptstadt unbedingt einen Besuch abstatten. (Für mehr geheime Tunnel, checkt das mal aus!)
Das Erbe der Ritter in der Dorfkirche Tempelhof: Wie die Templer nach Berlin kamen

Die Dorfkirche Tempelhof ist flächenmäßig die größte ihrer Art in ganz Berlin. Ihr Ursprung ist untrennbar mit der Landnahme der Askanier verbunden. Diese riefen den legendären Templerorden, um ihr neu erobertes Gebiet zu sichern und zu besiedeln.
Von diesem Machtzentrum (der sogenannten Komturei) lenkten die Tempelritter die Geschicke von Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde. Bis heute zeugt der Name „Tempelhof“ vom Vermächtnis der weißen Ritter mit dem roten Kreuz.
Nachdem der Tempelritter-Orden 1312 durch den Papst zerschlagen wurde, gingen die Ländereien an den Johanniterorden über. Erst schwere Zerstörungen 600 Jahre später, im 2. Weltkrieg brachten die Kirche in ihren heutigen, wiederaufgebauten Zustand.
Die Legende vom unterirdischen Templer-Tunnel

Seit dem 19. Jahrhundert hält sich hartnäckig die abenteuerliche Legende, es existiere ein unterirdischer Gang, der von der Dorfkirche (Aufnahme oben ca. 1890, koloriert) bis in die Nachbardörfer führt. Bis heute wurde der sagenumwobene Templer-Tunnel nicht entdeckt.
Die Vorstellung eines Höhlensystems direkt unter der Kirche befeuert die Fantasie bis heute. Gab es einen geheimen Fluchtweg bei Belagerungen oder ein Versteck für den berüchtigten, nie gefundenen Templerschatz?
Eine malerische Idylle zwischen Lehnepark und Alter Park

Direkt um die Kirche herum wartet der historische Kirchhof auf eure Erkundung. Umgeben von wuchtigen Steinmauern, ruhen hier altehrwürdige Tempelhofer Familien unter alten Grabmälern.
Die Kirche ist das Herzstück zwischen vier Grünanlagen: dem Lehnepark, dem Alten Park, dem Bosepark und dem Franckepark. Lasst doch nach der historischen Spurensuche auf einer Bank die Seele baumeln und genießt den Blick auf das mittelalterliche Gemäuer.
So kommt ihr hin: Mit den Öffis nehmt ihr die U6 bis zur Station Alt-Tempelhof. Von hier aus taucht ihr nach einem kurzen Fußweg in die Parklandschaft und die Welt der Ritter ein.
📍 Dorfkirche Tempelhof, Parkstraße 5, 12103 Berlin
📆 Täglich (Kirchhof und Parks tagsüber durchgehend geöffnet)
⏳ ca. 1–2 Stunden (inklusive Spaziergang durch die Parks)
💵 Kostenlos