Wenn ihr nach dem ältesten noch stehenden Gebäude unserer Hauptstadt sucht, müsst ihr weder nach Mitte (dort wartet die Marienkirche mit ihrer unglaublichen Geschichte) noch nach Spandau fahren. Im Süden Berlins, umgeben von einem malerischen Dorfanger, wartet die Dorfkirche Marienfelde auf euch.
Schon um 1220 aus massiven Feldsteinen errichtet, trotzt das Bauwerk seit über acht Jahrhunderten dem Lauf der Zeit. Dieser Ort beantwortet die Frage, wie unsere Metropole eigentlich ganz am Anfang aussah, und verbindet dörfliche Ruhe mit faszinierender Historie.
Die Dorfkirche Marienfelde: Eine Zeitreise in die Epoche der Askanier

Die Geschichte dieses massiven Gemäuers beginnt um das Jahr 1220. Damals sammelten Bauern mühsam grobe Feldsteine von den umliegenden Äckern und schichteten sie auf. Im Auftrag der Tempelritter errichten sie ein imposantes Gotteshaus.
Initiiert wurde das Ganze durch die Expansionspolitik der Askanier. Diese holten den Ritterorden im 13. Jahrhundert ins Land , um ihre neu eroberten Gebiete auf dem Teltow abzusichern und zu besiedeln.
Experten datierten einen Dachbalken der Kirche auf die 1230er Jahre. Damit ist klar, dass dieser Bau der berühmten Nikolaikirche den Titel als Alterspräsident lässig abnimmt.
Knochenfunde und das archäologische Jahr 1994

Was genau unter dem schlichten Saalbau steckt, kam erst viel später ans Tageslicht. Bei umfassenden archäologischen Untersuchungen im Jahr 1994 drehten Forscher im Inneren jeden Stein um und legten den historischen Fußboden frei.
Dabei stießen sie auf die exakten Fundamente der einzelnen Bauabschnitte. Außerdem entdeckten sie auch 20 jahrhundertealte Gräber direkt unter der Kirche. Diese wurden teilweise auf die Zeit vor dem Bau der Kirche datiert!
Ein männliches Skelett wurde an seiner Fundstelle im Turmeingang belassen und kann durch eine Glasabdeckung betrachtet werden. Es handelt sich vermutlich um einen Tempelritter!
Feldsteine und architektonische Details

Was dieses Gotteshaus so besonders macht, ist seine unaufgeregte Ausstrahlung. Im Inneren erwartet euch ein schlichter Saalbau, der zwar über die Jahrhunderte einige optische Updates bekommen hat, aber im Kern gleich geblieben ist. Fehlen eigentlich nur hunderte Kerzen, um die mystische Atmosphäre perfekt zu machen!
Euer Ausflug auf den Dorfanger
🚗 Mit dem Auto erreicht ihr das historische Zentrum entspannt über die B101, Parkplätze gibt es meist völlig stressfrei in den anliegenden Straßen.
🚇 Wer auf die Öffis setzt, springt einfach in die S2 bis zur Station Marienfelde und spaziert das kurze Stück zu Fuß oder nimmt den Bus M77 direkt bis vor die Tür.
📍 Alt-Marienfelde, 12277 Berlin
📆 Gottesdienste sonntags (meist 9:30 Uhr), Außenbesichtigung jederzeit
⏳ 30 Minuten
💵 Kostenlos
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