Egal, ob ihr Berlin-Besuch bekommt oder selbst mit euren Liebsten nach Berlin fahrt. Wir helfen euch, der perfekte Tour Guide mit tatsächlich interessanten Fakten zu sein – und ein bisschen mit eurem Wissen anzugeben. Angefangen bei der Auswahl des Datums für den Besuch und super Insider-Tipps fürs Wochenende.
Macht euch bereit, der ultimative Berlin-Guide fürs Sightseeing zu werden!
Klugscheißen am Brandenburger Tor: Napoleon und die Retourkutsche

Als Napoleon 1806 in Berlin einzog, packte er zum Schrecken der Berliner die Friedensgöttin Eirene auf dem Brandenburger Tor einfach ein und ließ sie nach Paris verschiffen. Erst 8 Jahre später holten sie die Preußen nach dem Sieg über Napoleon als Siegesgöttin Victoria zurück. Die Berliner gaben dem Pferdewagen damals den Spitznamen „Retourkutsche“.
Die originale Statue wurde im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört. Es war sogar im Gespräch, sie durch eine Statue von Picassos Friedenstaube zu ersetzen! Das letzte echte Überbleibsel, einen Pferdekopf, findet ihr im Märkisches Museum. Zum Glück aber hatte man 1942 ein Gipsabgusses des Originals gemacht. Mit dessen Hilfe wurde die Statue nachgegossen und thront heute wieder auf dem Brandenburger Tor!
Direkt am Brandenburger Tor ist außerdem das Deutschlandmuseum. Dort könnt ihr euch von euren Fremdenführeraktivtäten entspannen und andere die Arbeit machen lassen!
Angeben am Alex: Der Fernsehturm und Die „Rache des Papstes“

Der Alex war im geteilten Deutschland das Aushängeschild der DDR und damit auch Symbol für den Atheismus. Doch der Turm spielte der Partei einen Streich. Wenn die Sonne auf die Edelstahlkuppel des Turms scheint, reflektiert das Licht in Form eines riesigen Kreuzes. Sofort kam der spöttische Name „die Rache des Papstes“ in Umlauf.
Interne Stasi-Dokumente zeigen regen Schriftverkehr, wie man das Kreuz entfernen könnte. Sie erfanden sogar selbst spöttische Spitznamen, nur um diesen einen Namen auszulöschen. Aber vergeblich. Entwurf-Architekt Hermann Henselmann nahm es gelassen: Es handele sich nicht um ein Kreuz, sondern ein „Plus für den Sozialismus“.
Wenn ihr auf den Turm hoch wollt (plus lecker Essen im Dreh-Restaurant!), könnt ihr hier klicken.
Mega-Fakt an der Kochstraße: Der Neptun wurde das erste Mal in Kreuzberg gesichtet!

Astronom Johann Gottfried Galle öffnet 1846 in der Neuen Berliner Sternwarte einen Brief aus Paris. Da ahnte er noch nicht, dass er bald Geschichte schreiben würde. Der Mathematiker Urbain Le Verrier bat ihn, an einer exakt berechneten Stelle nach einem unbekannten Planeten zu suchen. Noch in derselben Nacht richtete Galle das Fernrohr dorthin aus und fand… nichts.
Aber sein Assistent d’Arrest hatte die rettende Idee, den Himmel mit einer brandneuen, noch unveröffentlichten Sternenkarte abzugleichen. Plötzlich fiel der fremde Planet unter all den Sternen auf: Der Neptun war entdeckt! Die originale Sternwarte in Berlin-Kreuzberg (die nach Plänen von Schinkel erbaut war) existiert heute nicht mehr. Aber wenn ihr in die Enckestraße 11 geht, steht ihr exakt dort, wo der Neptun entdeckt wurde! Das historische Teleskop jedoch hat überlebt. Ihr findet es heute im Deutschen Museum in München!
Prahlen im Berliner Westen: Diesen Berg gab es früher nicht.

Der Teufelsberg ist zwar ein toller Aussichtspunkt, aber er ist komplett künstlich. Das bewachsene Areal besteht aus rund 75 Millionen Kubikmetern Schutt aus dem 2. Weltkrieg. Darunter wartet ein dunkles Geheimnis: Die Ruine der Wehrtechnischen Fakultät, ein größenwahnsinniges Projekt der Nazis. Man hat es einfach mit dem Schutt der zerstörten Stadt überschüttet. Im kalten Krieg nutzten die Amerikaner den Hügel als Abhörstation.
Doppelte Überraschung im Meistersaal: Hier fand David Bowie die Inspiration für “Heroes” – und ihr könnt Live-Musik erleben!

In den 70er und 80er Jahren wurde der Meistersaal weltweit als Studio 2 der Hansa-Tonstudios bekannt. Hier nahm David Bowie sein legendäres Album „Heroes“ auf. Der Titelsong wurde inspiriert von einem Paar, das Bowie vom Fenster des Meistersaals aus sah. Es küsste sich im Schatten der Mauer . U2 produzierten hier den Superhit „One“. Andere Größen, die hier waren: Depeche Mode, Iggy Pop, R.E.M. und Nick Cave.
Überrascht eure Zuhörer mit einem Ausflug in den Meistersaal. Bei einem Candeligh-Konzert könnt ihr den Saal in seiner ganzen Pracht bewundern und sein musikalisches Erbe aufleben lassen!
Bisschen angeben in den Hinterhöfen von Mitte: Hier schreitet ihr durch die Geschichte Berlins

Eine Tour durch die Hinterhöfe von Mitte klingt erstmal Touristisch, ABER: Nicht, wenn ihr in den Hackeschen Höfen beginnt, von dort aus in die Rosenhöfen übergeht, dann die Tour in die Heckmann-Höfe leitet (direkt neben der Neuen Synogoge, S-Bahn Station Oranienburger Straße), von dort in die Sophie-Gips-Höfe wandert, und zum großen Finale den wunderschönen Hof der Sophiensäle besucht. Mehr Hof geht nicht!
Hier ein paar Angeberfakten: Die Hackeschen Höfe sind nach Funktion angelegt: Kultur, Arbeit und Wohnen. In den Sophie-Gips-Höfen war einst die Fabrik der weltberühmten Singer-Nähmaschinen! Heute findet ihr dort die „Sammlung Hoffmann“, eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Berlins. Hier könnt ihr die exklusiven Rundgänge buchen. Zuletzt der Innenhof des ehemaligen Handwerkervereinshauses, die Sophiensäle. Hier hielten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg Reden, und hier wurde 1919 der Spartakusbund mitbegründet.