Neben der Parochialkirche in der Klosterstraße in Mitte thront ein neobarocker Palast, der zwischen 1896 und 1904 erbaut wurde. Bei seiner Fertigstellung war es nach dem Berliner Schloss der zweitgrößte Bau der Stadt. Heute beherbergt das Gebäude das Amtsgericht Mitte sowie die Zivilkammern des Landgerichts Berlin II.
Obwohl es mit seinem prunkvollen Treppenhaus, den massiven Säulen und riesigen Gewölben eines der schönsten Gebäude Berlins ist, betreten die meisten Berliner es nur äußerst ungern – schließlich geht es drinnen um Rechtsstreitigkeiten, Scheidungen und lästigen Mietärger.
Wenn ihr stattdessen Bock auf spannende Gerichtsprozesse habt, bei denen ihr live mitentscheiden dürft, dann schaut mal bei diesem Event vorbei!
Das Amtsgericht Mitte: Eine steinerne Machtdemonstration

Schon von außen macht der gewaltige Bau aus hellem Sandstein ordentlich Eindruck. Doch der wahre Zauber wartet im Inneren auf euch. Wer die Sicherheitskontrollen am Haupteingang passiert hat, steht in einer 35 Meter hohen Eingangshalle. Das zentrale Treppenhaus schraubt sich mit Säulen und kunstvollen schmiedeeisernen Geländern majestätisch in die Höhe.
Der Entwurf der preußischen Architekten Paul Thoemer, Rudolf Mönnich und Otto Schmalz ist ein Meisterwerk des Neobarocks, das im Inneren geschickt mit floralen und verspielten Elementen des aufkommenden Jugendstils verschmilzt. Die Größe der wehrhaften Fassaden und das symmetrische Treppenhaus symbolisieren Autorität und Gerechtigkeit des preußischen Staates. Der Bürger fühlen sich beim Betreten des Gerichtgebäudes eher klein.
Ein standhaftes Architektur-Juwel

Das Haus überstand die Luftangriffe des 2. Weltkriegs mit moderaten Schäden. Während der Teilung Berlins nutzte die DDR den Bau als Sitz ihres höchsten Justizorgans, des Obersten Gerichts. Nach der Wiedervereinigung kehrte es in die Struktur der Berliner Zivilgerichtsbarkeit zurück.
Da es sich um ein öffentliches Gerichtsgebäude handelt, könnt ihr euch während der regulären Öffnungszeiten einfach selbst umsehen. Ihr braucht weder ein Ticket noch eine Anmeldung. Erklimmt die runden, lichtdurchfluteten Treppen, bestaunt die detailreichen Verzierungen und saugt die historische Atmosphäre ein. Aber: Verhaltet euch leise und stört keinesfalls die laufenden Verhandlungen.
Lasst das Handy in der Tasche: Absolutes Fotoverbot!

Auch wenn es bei dieser grandiosen Kulisse sofort in den Fingern juckt: Schießt keine Fotos! In Gerichten herrscht ein striktes Film- und Fotoverbot. Wer ohne vorherige behördliche Genehmigung knipst, bekommt Ärger mit den Justizwachtmeistern und einen Rauswurf samt Hausverbot.
Mit den Öffis fahrt ihr mit der U2 bis zur Station Klosterstraße und lauft von dort aus keine zwei Minuten zum Haupteingang. Mit dem Auto parkt ihr im nahegelegenen Parkhaus des Alexa-Shoppingcenters.
📍 Littenstraße 12-17, 10179 Berlin
📆 Montag bis Freitag, ca. 9-15 Uhr
⏳ ca. 30 Minuten
💵 Kostenlos
🪪 Achtung: Einlass nur mit gültigem Lichtbildausweis (Personalausweis oder Reisepass)!
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