Eingebettet in die bürgerlichen Altbaufassaden des Kollwitzkiezes in Berlin-Prenzlauer Berg wartet eines der faszinierendsten Bauwerke der Hauptstadt auf eure Entdeckung: Die Herz-Jesu-Kirche in der Fehrbelliner Straße.
Der im Jahr 1898 von Architekt Christoph Hehl fertiggestellte Bau im byzantinisch-romanischen Stil zieht heute Architekturfans und Ruhesuchende gleichermaßen in seinen Bann.
Während die Kirche mit ihrer eher schlichten Fassade direkt an der Straße steht, erstreckt sich das gewaltige Kirchenschiff tief in den Innenhofs. Diese ungewöhnliche Bauweise ist aber nicht das einzige Geheimnis dieses Ortes.
Die Herz-Jesu-Kirche im Prenzlauer Berg: Ein Meisterwerk in der Straßenflucht

Wenn ihr durch den Kiez flaniert, fällt euch die schlichte Front mit dem 48 Meter hohen Glockenturm sofort ins Auge, die sich direkt in die Straßenflucht der angrenzenden Berliner Mietskasernen einfügt.
Betretet ihr die Kirche, öffnet sich ein massiver Sakralbau vor euch. Dass sich das Langhaus so tief in das Grundstück zieht, war damals eine clevere architektonische Notlösung aufgrund des enormen Platzmangels. Sie war die erste katholische Kirche Berlins, die nicht freistehend, sondern auf diese Weise in die Blockrandbebauung integriert wurde.
Das Wunder im Zweiten Weltkrieg

Dass wir dieses Gebäude heute überhaupt noch in seiner vollen Pracht bewundern können, grenzt an ein waschechtes Wunder. Am Ende des 2. Weltkriegs, als die Krypta der Kirche rund 500 Menschen als Luftschutzraum diente, durchschlug eine 500 kg schwere Fliegerbombe das Dach.
Die Bombe krachte in den Innenraum und schlug direkt im Hauptschiff ein. Doch anstatt das Gebäude in Schutt und Asche zu legen, passierte das Unfassbare: Der riesige Sprengkörper detonierte nicht. Dieser glückliche Blindgänger rettete das historische Bauwerk und die Schutzsuchenden im Keller vor Zerstörung und Tod.
Orientalisches Flair und ein funkelnder Sternenhimmel

Im Inneren erinnern die kräftige Farben, massive Säulen und aufwendige byzantinische Wandmalereien an eine historische Basilika am Mittelmeer. Entspannt euch im ruhigen Kerzenlicht, betrachtet die unglaublichen Malereien, die die Kirche schmücken.
Wer mit dem Auto anreist, sollte direkt ein Parkhaus in der nahen Kulturbrauerei ansteuern, da freie Parkplätze im Kiez reine Glückssache sind. Mit den Öffis fahrt ihr völlig mit der U2 bis zur Station Senefelderplatz und lauft die letzten fünf Minuten einfach zu Fuß.
📍 Fehrbelliner Str. 99, 10119 Berlin
📆 Täglich tagsüber zugänglich (außerhalb der Gottesdienstzeiten)
⏳ ca. 30 bis 45 Minuten
💵 Kostenfrei (Spenden erwünscht)
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