Kunst wird in der Hauptstadt großgeschrieben. Ständig eröffnen neue, beeindruckende Ausstellungen – von lokalen wie internationalen Künstler:innen, von hochmoderner, digitaler Kunst bis hin zu klassischen, jahrhundertealten Werken. Für jeden Kunstgeschmack ist etwas dabei. Ähnlich verhält es sich mit der Musik: Kaum eine andere Stadt kann es weltweit mit der Berliner Clubkultur aufnehmen. Zwischen Beats, Rausch und Adrenalin entstehen hier kreative Impulse, die weit über die Stadt hinauswirken. So benannte Rosalía einen ihrer Songs nach dem Berghain und auch Harry Styles soll sich für sein jüngstes Album vom Berliner Vibe haben inspirieren lassen. Dieser besondere Spirit zieht längst nicht mehr nur Musiker an. Auch die Kunstszene lässt sich davon prägen: So zeigt nun einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler, Pierre Huyghe, seine erste große Einzelausstellung „Liminals“ in der Halle am Berghain.

Seit gestern, dem 23. Januar, ist die groß angelegte immersive Ausstellung für Besucher:innen geöffnet und noch bis zum 8. März 2026 zu sehen. „Liminals“ ist eine eigens für die Halle am Berghain entwickelte Auftragsarbeit und markiert Pierre Huyghes erste institutionelle Einzelausstellung in Berlin. Wie für sein Werk typisch, verbindet Huyghe auch hier Film, Licht, Klang, Vibration und Raum zu einer vielschichtigen Installation. Im Zentrum steht ein Film, der einer gesichtslosen, menschenähnlichen Figur folgt, die sich durch verschiedene Zustände bewegt – zwischen Realität und Bewusstsein, zwischen Präsenz und Ungewissheit. Huyghe selbst beschreibt die Arbeit als einen „modernen Mythos“, angesiedelt jenseits von Zeit und Raum, ohne klare Grenzen zwischen Innen und Außen, zwischen Lebendigem und unbelebter Materie. Passend zum Titel erforscht die Ausstellung ein liminales, also ein schwebendes Schwellenstadium, in dem mehrere Zustände gleichzeitig existieren – vergleichbar mit einem Quantensystem vor der Messung.

„Liminals“ ist von Freitag bis Montag jeweils von 13:00 bis 21:00 Uhr sowie dienstags bis donnerstags von 15:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro.