In Berlin haben wir den Regen nun hinter uns gelassen und können uns mit Kurzausflügen in märchenhafte Gegenden nahe der Stadt belohnen – oder auf Entdeckungsreise zu faszinierenden Lost Places gehen. Dazu gehören etwa ein verlassenes Sanatorium, in dem Szenen für „Der Pianist“ gedreht wurden, oder eine zu DDR-Zeiten verbotene Stadt. Auch innerhalb Berlins ist die Suche nach Lost Places lohnenswert – seit Jahrzehnten stehen hier verlassene Freizeitparks und alte Schwimmbäder, die bald wieder öffnen. Klar, Berlin lohnt sich immer – doch für das echte Urlaubsfeeling zieht es viele im Sommer nach Spanien. Und das aus gutem Grund: konstant sonniges Wetter, eine köstliche Gastronomie, eine erstklassige Auswahl an Wasserparks, traumhafte Strände, versteckte Buchten und Höhlen, die aussehen, als wären sie einem Bilderbuch entsprungen. Darunter auch die berühmte Drachenhöhle „Cuevas del Drach“ auf Mallorca – eine Insel, die viele Deutsche ihr zweites Zuhause nennen. Die meisten Ecken der Trauminsel sind den meisten bestimmt schon längst vertraut, doch kennt ihr schon diese Millionen Jahre alte Höhle?

Cuevas del Drach
Etwa 50 Kilometer von Palma de Mallorca entfernt, nahe Porto Cristo in Manacor, liegt die berühmte Drachenhöhle „Cuevas del Drach“. Als eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel beeindruckt das faszinierende Höhlensystem mit vier miteinander verbundenen Grotten: Cueva Negra, Cueva Blanca, Cueva de Luis Salvador und Cueva de los Franceses. Sie reichen bis zu 25 Meter in die Tiefe und erstrecken sich über insgesamt 2,4 Kilometer. Besucher erwartet eine Welt aus eindrucksvollen Stalaktiten, Stalagmiten und bizarren Felsformationen, ergänzt durch türkisfarbene unterirdische Seen – allen voran der berühmte Lago Martel (115 × 30 m), einer der größten unterirdischen Seen der Welt. In seinen Tiefen lebt eine einzige, blinde Krebstierart, die nur hier vorkommt.
Der Name „Drach“ („Drache“) geht auf eine Legende zurück, nach der einst ein Drache in der Höhle einen Schatz bewachte, den Piraten und Abenteurer suchten. Erste schriftliche Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1338, die heutige Bezeichnung tauchte 1632 auf. Im 19. Jahrhundert wurde die Höhle weiter erforscht, unter anderem von E. A. Martel, der neue Bereiche entdeckte. Die Schönheit der Cuevas del Drach faszinierte auch den französischen Schriftsteller Jules Verne, der sich von ihr zu einem Roman inspirieren ließ.
Mit einem konstanten Mikroklima von 18–20 Grad und der Verbindung zum Meer ist das Wasser in den Cuevas del Drach teilweise salzig und schwankt mit den Gezeiten. Zwischen 1922 und 1935 wurden neue Wege, Treppen und ein zusätzlicher Eingang angelegt. 1935 installierte der Ingenieur Carles Buïgas eine faszinierende Lichtinszenierung, die zusammen mit den Wasserfarben und den bizarren Gesteinsformationen eine magische Atmosphäre schafft.

Bootstour
Die Bootstour in den Cuevas del Drach führt euch über den Lago Martel, der rund 25 Meter unter der Erdoberfläche liegt und etwa 115 Meter lang sowie 30 Meter breit ist. Entdeckt wurde er 1896 vom französischen Höhlenforscher Édouard-Alfred Martel, nach dem er auch benannt ist. Die Bootsfahrt ist ein fester Bestandteil der Tour und muss nicht separat gebucht werden. Die Besucher erwartet dabei nicht nur ein traumhafter Anblick, sondern auch eine zauberhafte Akustik: Ein Quartett aus zwei Violinen, einem Cello und einem Harmonium spielt auf einem Boot, das langsam über den See gleitet. Durch die besondere Akustik des Höhlenraums und die dezente Beleuchtung entsteht eine geradezu märchenhafte Stimmung.
Im Anschluss können Gäste selbst in kleine Ruderboote steigen und den See auf eigene Faust zu klassischer Musik erkunden. Wer darauf lieber verzichtet, kann die Szenerie auch vom Ufer aus beobachten. Ob auf dem Wasser oder an Land – aus beiden Perspektiven ist es ein Anblick wie aus dem Bilderbuch. Tickets für den Besuch der Höhlen könnt ihr über die offizielle Website der Cuevas del Drach erwerben. Im Preis enthalten sind der komplette Rundgang, das klassische Konzert auf dem Lago Martel sowie die anschließende Bootsfahrt.