Vergleicht man die Freizeit- und Vergnügungsparks der DDR mit der heutigen Zeit, staunt man, wie gering die Auswahl damals war. Heute reicht das Angebot an Wasserparks für eine erfrischende Sommerabkühlung von Deutschland bis nach Spanien und Portugal – die Qual der Wahl ist garantiert. Und doch gab es in Berlin einige wenige Parks, die äußerst beliebt waren und ein großes Publikum anzogen – darunter der Spreepark, der mit seinem 45 Meter hohen Riesenrad beeindruckte und rund 1,7 Millionen Besucher:innen pro Jahr verzeichnete. Auch für alle, die im Sommer schwimmen und planschen wollten, gab es ein Highlight: die Schwimmhalle Pankow.
Es wäre zu schade, wenn solche Orte nur Lost Places blieben. Deshalb hat sich die Stadt vorgenommen, sie zu restaurieren und neu zu eröffnen. Während die Wiedereröffnung des Spreeparks zwischen 2026 und 2027 geplant ist, müssen wir uns beim Schwimmbad Pankow etwas länger gedulden. Das Konzept steht jedoch und wir verraten euch, wie das einst größte und modernste Schwimmbad Ost-Berlins bald wieder zum Leben erwachen soll.

Die Geschichte der Schwimmhalle Pankow
1975 wurde die Schwimmhalle nach nur zwölfmonatiger Bauzeit eröffnet. Mit einem 25-Meter-Sportbecken aus fünf Bahnen, einem 100 m² großen Nichtschwimmerbecken, einem Lehrschwimmbecken (Tiefe: 0,80–1,20 m) sowie einer Sauna galt sie damals als modernste und größte Schwimmhalle Ost-Berlins. Entworfen vom Architekten Gunther Derdau, diente sie als Prototyp für weitere Schwimmhallen in der DDR. Bereits im Jahr 2000 fand ihre Geschichte jedoch ein Ende: Aufgrund von Baufälligkeit und fehlenden Mitteln wurde sie geschlossen. Seither verfällt das Gebäude und ist heute ein bekannter Lost Place in Berlin.
Das Freibad Pankow, das 1960 eröffnet wurde, ist untrennbar mit der Schwimmhalle verbunden. Während die Halle seit 2000 dem Verfall überlassen wurde, erlebte das Freibad im selben Jahr eine aufwendige Renovierung. Seitdem lockt es mit einem beheizten 50-Meter-Becken, einem Sprungturm mit 3 m, 5 m und 7,5 m Höhe, einer High-Speed-Rutsche sowie zwei weiteren Rutschen, einem Erlebnisbecken mit Strömungskanal und Wasserkanonen, einer 2.800 m² großen Liegewiese inklusive FKK-Bereich und vielem mehr.

Zukunftspläne & Neubau
Bereits 2018 wurde für die Schwimmhalle Pankow ein Plan entwickelt, der ein Multifunktionsbad in Kombination mit einer dreizügigen Grundschule und einer Sporthalle auf dem Gelände vorsah. Der Badekomplex sollte ein Freizeitbad, eine Sauna sowie ein Sportbad (auch für den Schulschwimmunterricht) umfassen. Die Fertigstellung war ursprünglich für 2025 angesetzt. Aufgrund von Problemen bei Planung, Finanzierung und Verfahren geriet das Projekt jedoch ins Stocken.
Im Mai 2025 wurde schließlich ein neuer Beschluss gefasst: Anstelle eines großen Kombibads soll nun ein pragmatisches Funktionsbad entstehen. Die Kosten dafür werden auf 15 bis 22 Millionen Euro geschätzt, die Fertigstellung ist für 2029 vorgesehen. Luxusangebote sind nicht geplant, dafür soll die Halle sinnvoll nutzbar sein – für Schul- und Vereinssport ebenso wie für die Öffentlichkeit. Das ursprünglich geplante Kombibad mit Kosten von rund 75 Millionen Euro wurde somit massiv abgespeckt, zugunsten einer kostengünstigen und zweckdienlichen Funktionshalle.