Erst im Juli begeisterte der Bockmond mit seiner intensiven Leuchtkraft, gefolgt von der größten Sternschnuppen-Nacht des Jahres am 12. August, bei der die Perseiden mit rund 100 Meteoren pro Stunde für ein spektakuläres Himmelsfeuerwerk sorgten. Im September steht nun das nächste außergewöhnliche Astro-Erlebnis bevor, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet: Am 7. September erwartet uns eine totale Mondfinsternis (mit den letzten frühen Phasen noch am 8. September) – auch bekannt als „Blutmond“. Warum er diesen besonderen Namen trägt und an welchen Orten ihr das Himmelsereignis in Berlin am besten bestaunen könnt, erfahrt ihr weiter unten!

Wie kommt es zum Blutmond am 7. September?
Die totale Phase der Mondfinsternis im September dauert rund 82 Minuten, nach manchen Angaben sogar 83. Die gesamte Finsternis – inklusive der partiellen Phasen – erstreckt sich über 209 Minuten, mit einer Penumbradauer von insgesamt 326 Minuten. Dieses Ereignis gehört zum Saros-Zyklus 128 und ist die 41. von insgesamt 71 Finsternissen dieser Reihe. Während der totalen Mondfinsternis taucht der Mond vollständig in den Kernschatten der Erde ein. Eigentlich müsste er dabei verschwinden, da kein direktes Sonnenlicht mehr auf seine Oberfläche trifft. Doch die Erdatmosphäre wirkt wie Filter und Linse zugleich: Das Sonnenlicht, das an der Erde vorbeistreift, wird in die Schattenzone abgelenkt. Durch die Rayleigh-Streuung werden die kurzwelligen Anteile (Blau, Grün) herausgefiltert, während die längerwelligen roten und orangen Anteile den Mond erreichen. So entsteht das charakteristische Leuchten in Kupfer- bis Blutrot.
Die Intensität der Rotfärbung hängt maßgeblich von der Klarheit der Erdatmosphäre ab. Ist die Luft sauber, erscheint der Mond eher hell und orangefarben. Befinden sich jedoch viele Partikel in der Atmosphäre – etwa infolge von Vulkanausbrüchen oder großflächigen Waldbränden – nimmt er eine tiefrote bis fast schwarze Tönung an. Auch die Position des Mondes innerhalb des Kernschattens ist entscheidend: Je zentraler er hindurchwandert, desto intensiver leuchtet er in Rot. Am 7. September taucht der Mond besonders zentral in den Erdschatten ein. Dadurch wird die Rotfärbung voraussichtlich sehr kräftig ausfallen, und die Totalität dauert mit 82 Minuten außergewöhnlich lange, weshalb sie auch als eine der längsten Mondfinsternisse seit 2022 gilt. Insgesamt werden über sechs Milliarden Menschen die Gelegenheit haben, dieses eindrucksvolle Himmelsereignis zu beobachten.

Wo in Berlin habt ihr den besten Blick auf den Blutmond?
Die großartigen Planetarien in Berlin eignen sich hervorragend, um astronomische Ereignisse in der Stadt zu beobachten. Besonders die Wilhelm-Foerster-Sternwarte zählt zu den beliebtesten Aussichtspunkten und lädt am 7. September zu einer kostenlosen Live-Beobachtung ein – inklusive Vorträgen und Livestream im Vortragssaal. Damit ist sie bei klarem Himmel der ideale Ort für dieses Himmelsereignis. Der Beginn der partiellen Mondfinsternis wird auf 17:11 MESZ geschätzt. Die Maximalphase der Totalität soll um 20:11 MESZ erreicht sein, das Ende der Totalität wird für 21:52 MESZ vorausgesagt. Die partielle Phase klingt schließlich gegen 22:55 MESZ aus.
Doch nicht nur an der Sternwarte lässt sich der Blutmond erleben: Auch andere Spots in Berlin bieten eine eindrucksvolle Sicht – wichtig ist ein möglichst freier Blick nach Ost-Südost, wo der Mond während der Totalität tief über dem Horizont stehen wird. Empfehlenswert sind unter anderem der Teufelsberg, der Grunewaldturm, die Siegessäule oder die Reichstagskuppel. Zudem locken die Rooftops der Stadt, etwa der Klunkerkranich oder die Rooftop Bar im Hotel de Rome, mit einer besonderen Aussicht auf das Schauspiel am Himmel.