Während draußen Kälte, dicke Luft und Winterblues herrschen, zeigen sich derzeit in einigen der ikonischsten Locations der Stadt außergewöhnliche Ausstellungen. Der perfekte Moment also, um sich in geschlossenen Räumen der Kunst hinzugeben, in andere Welten einzutauchen und den Winter für eine Weile zu vergessen. So erwartet euch in der P61 Gallery in Berlin mit „Digital Dimensions“ eine immersive Ausstellung, die rund 300 Werke aus 3D-Animationen, Video-Art und eindrucksvollen visuellen Effekten vereint. In der Halle am Berghain wiederum präsentiert einer der einflussreichsten französischen Künstler unserer Zeit seine erste Einzelausstellung – ein Zusammenspiel aus Film, Licht, Klang, Vibration und Raum. Und wenn wir schon bei Film sind: Die neueste Kunstinstallation der Stadt knüpft genau daran an. Während Berlin sich auf die Berlinale und internationale Filmstars vorbereitet, könnt ihr bereits jetzt in echtes Film- und Fernsehfieber eintauchen. Mit „Screentime“ wurde am Freitag, dem 23. Januar, eine großformatige multimediale Ausstellung eröffnet.

Mit „Screentime“ präsentiert die Deutsche Kinemathek eine besondere Kunstinstallation, die erstmals in großem Maßstab in der historischen Halle des E-Werks gezeigt wird. Das E-Werk ist dabei nicht irgendein ehemaliges Elektrizitätswerk, sondern die älteste ihrer Art in Deutschland. Während der Ort in den 1990er-Jahren als legendäre Techno-Location – vergleichbar mit Berghain oder Tresor – bekannt war, hat er sich heute zu einem kulturellen Zentrum für Ausstellungen und Events entwickelt. Die Deutsche Kinemathek hat sich diesen außergewöhnlichen Ort nun als neues Zwischenquartier gesichert und dort vor wenigen Tagen eine eindrucksvolle Ausstellung eröffnet, die seltene Einblicke in über 130 Jahre Film- und Fernsehgeschichte bietet.
Entstanden ist ein offener Erlebnisraum, in dem Werkfotos aus den Archiven der Deutschen Kinemathek seltene Einblicke in Drehsituationen und Produktionen ermöglichen. Ergänzt wird die Ausstellung durch ausgewählte Filmausschnitte sowie eine eindrucksvolle Porträtserie bedeutender Schauspieler:innen wie Daniel Brühl, Diane Kruger und vielen weiteren.

Die Kinemathek zeigt darüber hinaus Starpostkarten, Kostüme, filmtechnische Exponate sowie originale Arbeits- und Produktionsunterlagen. Ein besonderer Fokus liegt auf filmischen Bildern des Berliner Lebens der 1920er-Jahre, wie sie in internationalen Produktionen der 1970er-Jahre neu interpretiert wurden. Anhand von Archivmaterialien unter anderem von Ulrike Ottinger, Fatih Akin und Christian Petzold rückt die Ausstellung unterschiedliche künstlerische Praktiken und Perspektiven in den Mittelpunkt.
Das Programm von „Screentime“ spannt einen Bogen von den Anfängen des unabhängigen Filmschaffens um 1910 bis in die 1990er-Jahre. Experimental-, Spiel- und Dokumentarfilme eröffnen dabei vielfältige Zugänge zu filmischen Ausdrucksformen. So widmet sich etwa „Female Perspectives“ anhand von sieben Filmen der Vielseitigkeit weiblichen Filmschaffens seit 1966. „Tricks für Kids“ wiederum präsentiert unterschiedliche Animationsformen und bietet unterhaltsame Einblicke für Familien mit Kindern. Für jeden Filmgeschmack ist etwas dabei.
Die Ausstellung „Screentime“ ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro regulär, 7 Euro ermäßigt, Kinder haben freien Eintritt. Tickets sind über die offizielle Website der Deutschen Kinemathek erhältlich.