Erst am vergangenen Wochenende haben bei der Langen Nacht der Museen 75 Berliner Museen ihre Türen geöffnet und außergewöhnliche Einblicke ermöglicht. Doch für Kunst- und Kulturfans geht es dieses Wochenende direkt weiter: Die Lange Nacht der Bilder, ein jährlich stattfindendes Kunst- und Kulturfestival in Berlin-Lichtenberg, feiert bereits ihre 19. Ausgabe. Am Freitag, den 4. September 2026, öffnen insgesamt 47 Kunst- und Kulturorte ihre Türen und laden von 18 bis 24 Uhr zu einem vielseitigen Programm ein. Das Beste daran: Der Eintritt ist kostenlos.

Die Lange Nacht der Bilder findet bereits seit 2007 statt und wird vom Fachbereich Kunst und Kultur des Bezirksamts Lichtenberg gemeinsam mit dem Kulturring in Berlin organisiert. Im Mittelpunkt steht die lokale Kunstszene. Besucher sollen dabei nicht nur Kunst betrachten, sondern auch mit Künstler in Kontakt kommen und einen Blick auf die Orte werfen können, an denen ihre Werke entstehen.
Dabei geht es längst nicht nur um klassische Galerien. Zu den 47 teilnehmenden Orten gehören auch private Ateliers, Atelierhäuser, Werkstätten sowie weitere Kultur- und Projekträume. Einige davon liegen mitten in Wohngebieten und gehören nicht unbedingt zu den bekannten Berliner Kunstadressen. Genau das macht die Lange Nacht der Bilder so interessant. Neben fertigen Ausstellungen können Besucher auch Orte entdecken, an denen normalerweise gearbeitet und Kunst geschaffen wird. Passend dazu steht die Veranstaltung unter dem Motto „Kunst genießen, wo sie gemacht wird“. Auch das Programm geht weit über das reine Betrachten von Kunstwerken hinaus. Über den Abend verteilt finden Ausstellungen, Vernissagen, Künstleräche, Präsentationen, Workshops, Konzerte und verschiedene Kunstaktionen statt. An einigen Stationen können Besucher sogar selbst kreativ werden.
Mit dabei ist beispielsweise die AID Berlin. Dort präsentieren Studierende, Alumni und Dozent Arbeiten aus den Bereichen Illustration, Design und Kinderbuch. Ergänzt wird das Programm durch Führungen und kreative Workshops. Im Atelier Ellen Louise Weise wird wiederum die Graphic Novel „Herzlos“ vorgestellt, bei deren Entstehung unter anderem Linoldruck und Lithografie miteinander kombiniert wurden. Auch größere Berliner Kunststandorte beteiligen sich an der Langen Nacht. Dazu gehören unter anderem die B.L.O. Ateliers, die Heizhaus Studios, die Kunstfabrik HB55 und die Studios ID.

Zu den besonderen Veranstaltungsorten gehört außerdem das Mies van der Rohe Haus am Obersee. Das denkmalgeschützte Gebäude ist das letzte von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Wohnhaus in Deutschland, bevor der berühmte Architekt 1938 in die USA emigrierte. Damit verbindet die Lange Nacht der Bilder zeitgenössische Kunst auch mit einem bedeutenden Stück Berliner Architekturgeschichte. Das Haus gehört zu den Stationen im Bereich Hohenschönhausen.
Obwohl das reguläre Programm von 18 bis 24 Uhr stattfindet, beginnt die offizielle Eröffnung bereits um 17 Uhr in der Galerie im Kulturhaus Karlshorst in der Treskowallee 112. Dort erwartet Besucher unter anderem eine Ausstellung der Künstlerin Lili Yuan sowie ein musikalischer Auftritt des Trios Hazama. Anschließend verteilen sich die Veranstaltungen über verschiedene Teile Lichtenbergs. Die teilnehmenden Orte reichen von Neu- und Alt-Hohenschönhausen über den Fennpfuhl und die Frankfurter Allee Süd bis zum Weitlingkiez, nach Karlshorst und Herzberge.
Für die Lange Nacht der Bilder wurden mehrere geführte Touren zusammengestellt, die verschiedene Kunstorte miteinander verbinden. Insgesamt wurden sechs reguläre Touren sowie eine Spezialtour angeboten. Diese sind inzwischen vollständig ausgebucht. Das bedeutet allerdings nicht, dass ihr die Veranstaltung nicht mehr besuchen könnt. Alle 47 teilnehmenden Kunst- und Kulturorte können weiterhin selbstständig besucht werden und der Eintritt ist kostenlos. Ihr könnt euch also eure eigenen Stationen zusammenstellen und den Abend individuell gestalten.