Berlins Gastronomie ist eine Klasse für sich – kaum eine andere europäische Stadt bietet eine derart breite Vielfalt an kulinarischen Einflüssen. Speisen und Foodtrends aus aller Welt kommen hier in unzähligen Lokalen zusammen, um euch zu jeder Zeit genau das zu bieten, worauf ihr Lust habt. Nicht ohne Grund wurde Berlin 2024 zur „City of the Year“ in Sachen Food & Travel gekürt. Neben den klassischen Michelin-Restaurants sehnen wir uns – besonders in der kalten Jahreszeit – nach mehr Wärme, Deftigkeit und einem Hauch von Geschichte. All das lässt sich perfekt im ältesten Restaurant Berlins genießen – oder in einem gotisch inspirierten Lokal, das einst als Gerichtsgebäude diente. Für diejenigen, die das Moderne und das Historische verbinden möchten, bietet die Stadt ebenfalls spannende Optionen: vom luxuriösen Restaurant im ehemaligen Kommunikationszentrum des Deutschen Reiches bis hin zum Frederick’s, das einst als gesellschaftlicher Hotspot der Goldenen Zwanziger galt.

Das Hotel Esplanade vor dem Zweiten Weltkrieg
Zwischen 1907 und 1908 wurde das Hotel Esplanade erbaut. Die Baukosten beliefen sich auf rund 23 Millionen Mark – eine beachtliche Summe für die damalige Zeit. Die Fassade war reich mit Ornamenten der Belle Époque verziert, während das Interieur Elemente des Neobarock und Neorokoko aufgriff. Seine Lage an der Bellevuestraße, nahe dem Potsdamer Platz, machte das Hotel zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt und gesellschaftlichen Mittelpunkt Berlins. Mit 400 Zimmern war es von Beginn an für ein gehobenes Klientel konzipiert – darunter Aristokraten, Mitglieder der feinen Gesellschaft, später auch internationale Stars und prominente Gäste.
Ein Innenhof mit großem Garten sowie der legendäre „Kaisersaal“ (auch Red Room genannt) boten Raum für ausschweifende Herrenabende – unter anderem mit dem letzten Kaiser Wilhelm II. In den 1920er Jahren entwickelte sich das Esplanade zu einem der gesellschaftlichen Hotspots Berlins: Bei Tee- und Tanznachmittagen traf sich hier die Prominenz – auch Charlie Chaplin und Greta Garbo verweilten in diesem glamourösen Ambiente. Eine Atmosphäre aus Unterhaltung, Glanz und internationalem Flair machte diesen Ort zu einem Symbol der Berliner Gesellschaft der Weimarer Republik.

Das heutige Frederick’s Restaurant
Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs verlor das Hotel Esplanade seinen einstigen Glanz. Im Winter 1944/45 wurde es bei Luftangriffen zu rund 90 % zerstört. Ein Teil des Gebäudes – darunter der berühmte Kaisersaal – überstand die Bombardierungen und wurde später in das moderne Sony Center am Potsdamer Platz integriert. Obwohl das ursprüngliche Hotel nicht mehr existiert, bleibt sein Vermächtnis als Hotspot der Berliner Gesellschaft der Goldenen Zwanziger bis heute lebendig. Da der Kaisersaal unter Denkmalschutz stand und nicht abgerissen werden durfte, wurde er 2001 aufwendig restauriert und neu inszeniert – daraus entstand das heutige Frederick’s.
Es ist eine moderne Hommage an das historische Hotel Esplanade – eine Kombination aus Restaurant, Bar und Social Space mit dem kosmopolitischen Flair vergangener Zeiten. Der Fokus liegt auf europäischer Küche mit internationalen Einflüssen und kreativen Cocktails. Das Frederick’s gilt heute als angesagter Treffpunkt für stilvolle Dinner, After-Work-Drinks oder kulturelle Events. Hier trifft der Charme der Belle Époque auf den Glanz des Art-Déco-Revival – ein Ort, an dem sich historischer Glanz und urbaner Zeitgeist vereinen. Zwischen Eleganz, Nostalgie und kreativer Energie entsteht ein Raum, der inspiriert und an das alte wie auch das neue Berlin erinnert.