Mitten im ruhigen Wilmersdorf steht ein Bauwerk, das eher an ein gigantisches Industriemonument als an ein klassisches Gotteshaus erinnert. Die Kirche am Hohenzollernplatz wurde zwischen 1930 und 1933 erbaut und gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des deutschen Expressionismus. Die Architekten Fritz Höger und Ossip Klarwein schufen mit ihren wuchtigen Klinkern, den spitz zulaufenden Formen und dem markanten Turm ein Meisterwerk der Moderne. Das Gotteshaus verbindet historische Architektur mit einem vielfältigen Kultur– und Gemeindeleben mitten im Berliner Westen.
Ein Meisterwerk aus Klinker und Eisenbeton

Schaut ihr von unten an der Fassade hoch, zieht euch die wuchtige Dynamik des Gebäudes sofort in ihren Bann. Die dunklen Oldenburger Klinker fangen das Licht je nach Tageszeit völlig unterschiedlich ein und verleihen der Kirche ein fast mystisches Äußeres. Der schlanke, freistehende Glockenturm ragt dominant in den Berliner Himmel und prägt den gesamten Kiez. Architekt Fritz Höger, der auch das berühmte Chilehaus in Hamburg entwarf, setzte hier Maßstäbe für den sakralen Ziegelarchitektur-Stil der 1930er-Jahre.
Warum das Viertel von einem Kraftwerk spricht
Tretet ihr durch das Portal ins Innere, versteht ihr sofort, woher der Spitzname „Kraftwerk Gottes“ stammt. Wuchtige, spitzzulaufende Parabelbögen aus Stahlbeton schwingen sich durch das gesamte Schiff und erinnern verblüffend an die Hallen historischer Turbinen- oder Wasserkraftwerke. Dieses gewaltige Tragwerk lenkt den Blick automatisch nach oben und erzeugt eine einzigartige, fast städtisch-industrielle Ruhe. Zusammen mit dem farbgewaltigen Licht der modernen Glasfenster entsteht ein Raumgefühl, das euch garantiert eine Gänsehaut beschert.
Kultur, Konzerte und Leben im Kiez

Heute ist das Gotteshaus längst nicht mehr nur ein Ort für sonntägliche Gottesdienste, sondern ein lebendiger Treffpunkt für Kunst und Musik. Regelmäßige Orgelkonzerte auf der eindrucksvollen Schuke-Orgel, Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und spirituelle Angebote locken Besucher aus der ganzen Stadt nach Wilmersdorf. Ob ihr Architekturfans seid, nach einem hektischen Tag durchatmen wollt oder fesselnde Klänge sucht: Hier findet ihr euren perfekten Zufluchtsort im Berliner Großstadtdschungel.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahrt ihr entspannt mit der U-Bahn-Linie U3 bis zur Station Hohenzollernplatz, die euch direkt vor dem Vorplatz ausspuckt. Kommt ihr mit dem Auto, steuert ihr die Hohenzollerndamm-Kreuzung in Wilmersdorf an, solltet aber rund um den Platz etwas Zeit für die Parkplatzsuche einplanen.
📍 Ort: Kirche am Hohenzollernplatz, Nassauische Straße 66–67, 10717 Berlin
📆 Datum und Uhrzeit: Täglich geöffnet von 10:00 bis 18:00 Uhr (Gottesdienste so. ab 10:00 Uhr)
⏳ Dauer: Ca. 45 bis 60 Minuten für Besichtigung und Erkundung
💵 Kosten: Eintritt frei (Spenden für den Erhalt des Denkmals erbeten)
ℹ️ Website: www.kirche-unter-dem-kreuz.de