Das Kaskelkiez versprüht mit seinen stuckverzierten Altbauten und tollen Second-Hand Geschäften einen super gemütlichen Vibe. Und mittendrin ragt ein echter Exot in den Himmel. Der 1908 erbaute Schrotkugelturm ist das letzte erhaltene Bauwerk dieser Art in Berlin und Umland, und er beantwortet die nie gestellte (aber trotzdem hoch interessante) Frage, wie man vor über 100 Jahren Schrotkugeln hergestellt hat.
(Wenn ihr Lust auf die gefährliche Welt fliegender Schrotkugeln habt und euch alte Türme an unbezwingbare Gefängniszellen denken lassen, dann solltet ihr nach eurem Ausflug zum Schrotkugelturm auch unbedingt bei Prison Island vorbeischauen!)
Industriekultur pur: Der Schrotkugelturm in Berlin Lichtenberg

Wenn ihr vor dem Turm steht, fällt euch sofort die ungewöhnliche Architektur auf. Er hat etwas von einem mittelalterlicher Wachturm. Der quadratische Schaft aus roten Ziegeln und der kleine Aufbau an der Spitze machen ihn zu einem echten Hingucker.
Seine Funktionsweise klingt wie ein verrücktes Physik-Experiment: Um Schrotkugeln zu formen, goss man heißes, flüssiges Blei durch ein Sieb an der Turmspitze. Während des 38 Meter langen freien Falls zogen sich die Tropfen zu perfekten Kugeln zusammen, bevor sie unten in einem Wasserbecken zischend abkühlten. Ein simples, aber geniales Prinzip!
Wann kann man einen Blick ins Innere werfen?

Nur ein kleines Manko gibt es: Das Bauwerk ist in privater Hand und für die Öffentlichkeit normalerweise nicht von innen zugänglich. Nur zu besonderen Anlässen (wie der jährliche Tag des offenen Denkmals) öffnet der Turm seine Türen für Neugierige.
Aber auch so lohnt sich der Ausflug. Allein schon für den beeindruckenden Anblick von außen und einen entspannten Nachmittag in den Cafés der Nachbarschaft.
Wer mit dem Auto anreist, findet in den Straßen rund um die Nöldnerstraße mit etwas Geduld meist einen Parkplatz. Deutlich entspannter kommt ihr mit den Öffis ans Ziel, denn vom S-Bahnhof Rummelsburg seid ihr in weniger als 5 Minuten direkt am Fuß des Turms.
📍 Nöldnerstraße 15, 10317 Berlin
📆 Von außen jederzeit (Innenbesichtigung nur zum Tag des offenen Denkmals)
⏳ ca. 30 Minuten (ideal in Kombi mit einem Kiez-Spaziergang)
💵 Kostenlos
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