Während wir unserem Alltag nachgehen, vergessen wir oft, wie schön Berlin eigentlich wirklich ist. Um die Magie der Stadt wieder zu spüren, müssen wir manchmal ein Stück raus aus dem Trubel und weg vom Zentrum. Natürlich helfen die märchenhaften Schlösser und Landgüter rund um Berlin dabei, neue Energie zu tanken, doch die spektakulärsten Ausblicke findet man woanders. Denn sobald der Lärm verschwindet, wir uns hoch über den Dächern der Hauptstadt befinden und genug Abstand haben, um die Stadt aus der Ferne zu betrachten, wird uns bewusst, was für ein Glück wir mit Berlin eigentlich haben. Am besten gelingt das vom Wolkenhain auf dem Kienberg aus, einer der futuristischsten Aussichtsplattformen Berlins, die heute als architektonisches Wahrzeichen von Marzahn-Hellersdorf gilt.

Das Bauwerk wurde speziell für die Internationale Gartenausstellung IGA 2017 geschaffen und am 13. April 2017 eröffnet. Das Besondere am Wolkenhain ist seine außergewöhnliche Form: Die Konstruktion sieht aus wie eine schwebende Wolke über den Baumwipfeln des Kienbergs. Die Plattform besteht aus rund 170 Stahlknoten und etwa 270 Tonnen Stahl, die eine transluzente, lichtdurchlässige Membran tragen. Dadurch wirkt das gesamte Bauwerk leicht, fast transparent und je nach Wetter oder Lichtstimmung ständig verändert. Nachts wird die „Wolke“ von innen in verschiedenen Farben illuminiert, wodurch sie besonders futuristisch erscheint.
Der Wolkenhain steht auf dem Kienberg in Berlin-Marzahn, der selbst etwa 102 Meter hoch ist. Zusammen mit der Plattform erreicht der Aussichtspunkt rund 120 Meter über dem Meeresspiegel. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu 50 Kilometer weit – man kann den Berliner Fernsehturm, große Teile der Skyline und sogar Brandenburg erkennen.

Auch die Architektur des Bauwerks ist bewusst organisch gestaltet. Die Stahlstützen erinnern an Baumstämme und Äste, sodass sich der Wolkenhain wie eine künstliche Wolke in die Landschaft des Kienbergparks einfügt. Entwickelt wurde das Projekt von den Büros geskes.hack Landschaftsarchitekten, Kolb Ripke Architekten und VIC Bridges and Engineering.
Besonders bekannt wurde der Wolkenhain auch durch die Berliner Seilbahn, die ebenfalls für die IGA 2017 gebaut wurde. Die etwa 1,5 Kilometer lange Gondelbahn fährt vom U-Bahnhof Kienberg (Gärten der Welt) über den Wolkenhain bis zu den Gärten der Welt. Die Fahrt dauert ungefähr fünf Minuten und gilt bis heute als eine der ungewöhnlichsten Transportmöglichkeiten Berlins. Einige Gondeln besitzen sogar Glasböden.