Berlin hat alles: von den weltweit aktuellsten Food-Trends über Rave-Events inmitten von Kunstinstallationen bis hin zu idyllischen Naturspots. Doch wer die Stadt nie verlässt, merkt irgendwann, wie die Luft knapp wird. Zeit also, dem Big-City-Life für einen Moment zu entfliehen und in Brandenburgs ruhigen Ecken neue Energie zu schöpfen. Genau dafür haben wir einige Tipps für euch – Orte, die euch nach einem Besuch aufgeladen zurück nach Berlin schicken. Besonders Seen besitzen diese Kraft, einen zur Ruhe zu bringen. Kristallklare, tiefe Gewässer und solche, die Barockschlösser spiegeln, haben wir euch bereits vorgestellt. Jetzt ist es Zeit für den tiefsten See Brandenburgs, dessen Grund unter dem Meeresspiegel liegt: Der Werbellinsee im Landkreis Barnim, etwa 60 bis 80 Kilometer nordöstlich von Berlin, ist eingebettet im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin – einer der größten Natur- und Waldlandschaften Deutschlands.

Die Umgebung rund um den Werbellinsee ist stark naturbelassen: dichte Wälder, sanfte Hügel und eine vielfältige Tierwelt prägen das Landschaftsbild und verleihen dem See eher einen skandinavischen Charakter als das typische Bild eines Badesees. Er ist rund 9,5 Kilometer lang und erreicht eine Breite von bis zu 1,5 Kilometern. Mit einer Fläche von etwa 7,6 Quadratkilometern zählt er zu den größeren Seen der Region. Seine maximale Tiefe liegt bei über 55 Metern, womit er einer der tiefsten Seen Brandenburgs ist.
Der See entstand in der Eiszeit als sogenannter Rinnensee, geformt durch Schmelzwasser. Eine Besonderheit ist, dass seine tiefste Stelle unter dem Meeresspiegel liegt, was für Seen in Deutschland eher ungewöhnlich ist. Das Wasser des Werbellinsees ist außergewöhnlich klar und eignet sich hervorragend zum Schwimmen und Tauchen. Der See ist reich an Fischarten wie Hecht, Barsch, Aal und Schleie.

Umgeben ist der Werbellinsee von dichten Wäldern, Schilfzonen und einer vielfältigen Tierwelt, zu der unter anderem Rehe und Wildschweine zählen. Diese Verbindung aus außergewöhnlicher Wasserqualität und weitgehend unberührter Natur trägt dazu bei, dass der See häufig zu den schönsten Brandenburgs gezählt wird. Entlang des Ufers finden sich zahlreiche Badestellen, etwa in Altenhof, Wildau oder am Süßen Winkel – von klassischen Sandstränden bis hin zu ruhig gelegenen Naturbuchten.
Auch für Aktivurlauber bietet die Region ideale Bedingungen: Der Radweg Berlin–Usedom verläuft direkt am See entlang, während sich rund um den See und durch die Werbelliner Berge zahlreiche Wanderungen anbieten. Besonders beliebt sind Rundtouren zwischen 10 und 20 Kilometern, die immer wieder beeindruckende Ausblicke auf den See eröffnen.