Die Erlebnis- und Freizeitparks vergangener Jahrzehnte haben in Berlin unvergessliche Erinnerungen hinterlassen. Vom legendären Blub-Erlebnisbad bis zum Wellenbad am Spreewaldplatz, das derzeit umfassend saniert wird – viele dieser einstigen Freizeitparadiese haben die Stadtgeschichte geprägt. Während einige dieser Highlights für immer geschlossen bleiben oder sogar abgerissen werden, erleben andere ein spektakuläres Comeback. Zum Glück gehört auch der berühmte Spreepark im Plänterwald dazu. Was 1969 als einziger ständiger Vergnügungspark der DDR eröffnet wurde, entwickelte sich nach der Wiedervereinigung zu einem beliebten Freizeitparadies mit Achterbahnen, Karussells und einem weithin sichtbaren Riesenrad. Nun steht dem legendären Lost Place eine neue Zukunft bevor.

Nach der Schließung im Jahr 2002 verfiel das Gelände über viele Jahre und wurde zu einem der berühmtesten Lost Places Berlins. Heute erlebt das rund 23 Hektar große Areal im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick eine umfassende Neugestaltung. Unter dem Namen Spreepark Berlin soll dort ein öffentlicher Kunst-, Kultur- und Naturpark entstehen.
Am 4. Oktober 1969 wurde der „VEB Kulturpark Plänterwald“ offiziell eröffnet. Er war der einzige dauerhaft betriebene Vergnügungspark der DDR und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel für Familien aus Ost-Berlin und anderen Teilen des Landes. Der Eintritt kostete bei der Eröffnung eine DDR-Mark, während Kinder nur die Hälfte bezahlten. Für die einzelnen Fahrgeschäfte mussten Besucher zusätzlich zwischen 20 Pfennig und 1,50 Mark ausgeben. Neben Karussells und Achterbahnen gehörten Konzerte, Tanzveranstaltungen und Kinderunterhaltung zum Angebo
Zum 40. Jahrestag der DDR im Jahr 1989 wurde das ursprüngliche Riesenrad durch ein deutlich größeres Modell ersetzt. Das neue Rad war 45 Meter hoch, besaß 40 Gondeln und galt damals als eines der größten Riesenräder Europas. Seine Konstruktion wog rund 220 Tonnen und bot Platz für bis zu 240 Personen gleichzeitig. Mit dem neuen Riesenrad erhielt der Kulturpark eines seiner markantesten Wahrzeichen. Die rote Stahlkonstruktion prägte das Erscheinungsbild des Geländes über Jahrzehnte und blieb selbst nach der späteren Schließung weithin sichtbar.

Im Jahr 2001 meldete die private Betreibergesellschaft Insolvenz an. Nach der Saison 2001 endete der reguläre Vergnügungsparkbetrieb; seit 2002 war das Gelände nicht mehr dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich. In den folgenden Jahren verwandelte sich der einst so beliebte Freizeitpark in einen der berühmtesten Lost Places Deutschlands. Die Fahrgeschäfte standen still, Wege verwilderten und die Natur eroberte sich immer größere Teile des Geländes zurück.
Die offizielle Wiedereröffnung des neugestalteten Spreeparks ist derzeit für das Frühjahr 2027 geplant. Damit würde der ehemalige Vergnügungspark rund 25 Jahre nach dem Ende seines regulären Betriebs wieder dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Allerdings wird der neue Spreepark kein klassischer Freizeitpark mit zahlreichen Achterbahnen und Karussells mehr sein. Stattdessen entsteht ein öffentlicher Park, der Kunst, Kultur, Natur und die Geschichte des ehemaligen Vergnügungsparks miteinander verbindet.
Historische Gebäude und einzelne Relikte der früheren Fahrgeschäfte sollen erhalten oder neu interpretiert werden. Das Englische Dorf entsteht als Veranstaltungsort in moderner Holzbauweise neu. Die ehemalige Werkhalle wird zum neuen Haupteingang und zur Veranstaltungshalle umgebaut. Auch das bekannte Tassenkarussell soll als Gestaltungselement an die Vergangenheit erinnern.