Tief im Nordosten Deutschlands, dort wo die Uecker sanft in das Stettiner Haff mündet, liegt eine Stadt, die wie kaum eine andere Ruhe, Geschichte und unberührte Natur miteinander vereint: das Seebad Ueckermünde. Diese charmante Hafenstadt blickt auf eine beeindruckende Historie zurück, die tief im Mittelalter verwurzelt ist.
Bereits im Jahr 1178 wurde die Siedlung erstmals urkundlich erwähnt, was ihre Bedeutung als einer der ältesten Orte der Region unterstreicht. Den entscheidenden Schritt zur Stadtentwicklung vollzog jedoch Herzog Barnim I. von Pommern, der dem Ort im Jahr 1260 das Stadtrecht verlieh. Wer heute durch die liebevoll sanierten Gassen der Altstadt flaniert, spürt an jeder Ecke den Atem der Jahrhunderte.
Das architektonische Prunkstück und stolze Wahrzeichen der Stadt ist das herzogliche Schloss. Als eine der wenigen verbliebenen Residenzen der pommerschen Herzöge auf deutschem Boden beherbergt es heute das Haffmuseum, welches die bewegte Vergangenheit der Region – von der Urgeschichte bis zur Neuzeit – eindrucksvoll dokumentiert.
Zwischen historischem Erbe und der Weite des Haffs

Was Ueckermünde so besonders macht, ist vor allem seine außergewöhnliche Lage in einer Welt der Kontraste. Während die großen Ostseebäder oft von Trubel und Brandung geprägt sind, bietet Ueckermünde eine fast meditative Stille. Hier trifft das Süßwasser der Flüsse auf das Brackwasser des Haffs, was eine ökologische Nische von seltener Schönheit geschaffen hat. Diese besondere geografische Beschaffenheit spiegelt sich im Stadtbild wider.
Ueckermünde ist eine authentische „Ackerbürgerstadt“ geblieben, die ihren Charakter trotz der touristischen Erschließung bewahrt hat. Das harmonische Zusammenspiel aus der historischen Bausubstanz der Altstadt, dem geschäftigen Treiben im Stadthafen und der unmittelbaren Nähe zur Weite des Wassers verleiht der Stadt eine Atmosphäre der Entschleunigung. Es ist dieser Mangel an Hektik, gepaart mit einer ehrlichen, bodenständigen Gastfreundschaft, der Besucher immer wieder in seinen Bann zieht und die Stadt zu einem Rückzugsort für all jene macht, die die ursprüngliche Kraft der Natur suchen.
Ueckermünde ist ein Paradies für Entdecker und Naturliebhaber

Die Möglichkeiten, in und um Ueckermünde auf Entdeckungstour zu gehen, sind ebenso vielfältig wie die Landschaft selbst. Ein absolutes Highlight für Familien und Erholungssuchende ist das Haffbad mit seinem feinen, weißen Sandstrand. Da das Wasser hier sehr flach abfällt, erwärmt es sich schnell und bietet ideale Bedingungen zum Baden, während der Blick über das glitzernde Wasser bis hinüber zur Insel Usedom schweift. Doch nicht nur Wasserratten kommen auf ihre Kosten.
Der Tierpark Ueckermünde gilt als einer der schönsten im Norden Deutschlands und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. In großzügigen, naturnah gestalteten Gehegen können Besucher über 400 Tiere beobachten, wobei besonders die begehbaren Affenfreianlagen für unvergessliche Erlebnisse sorgen.
Wer die Stille der Wildnis bevorzugt, findet im umliegenden Naturpark Am Stettiner Haff ein weitläufiges Revier. Ob zu Fuß, auf dem Fahrrad oder lautlos im Kanu – die dichten Wälder, Moore und blühenden Wiesen bieten Lebensraum für seltene Arten wie den Seeadler. Ein Spaziergang entlang des Alten Bollwerks rundet das Erlebnis ab und lässt den Tag bei einem Fischbrötchen perfekt ausklingen. Ueckermünde beweist, dass wahre Entdeckungen dort warten, wo das Tempo des Alltags hinter dem Horizont verschwindet.