
Die Insel geht auf eine Kommende des Johanniterordens aus dem 13. Jahrhundert zurück – zunächst als Ordenssitz, später als herzogliche Anlage. Im 17. Jahrhundert gelangte das Gelände in den Besitz des Fürstenhauses Mecklenburg-Strelitz, woraufhin der Komtureihof weiter ausgebaut wurde. Das heutige Schloss entstand zwischen 1707 und 1712 als Witwensitz für Herzogin Christiane Aemilie Anthonie von Mecklenburg-Strelitz. Später ließ Herzogin Elisabeth Albertine († 1761) das Gebäude barock und rokokohaft umgestalten und mit prächtigen Innenräumen sowie einem repräsentativen Festsaal ausstatten. Im 18. Jahrhundert gehörte das Schloss zum Fürstensitz, wurde später jedoch zunehmend als Sommer- und Repräsentationsresidenz genutzt. Heute beherbergt es ein Museum, in dem Besucher:innen die Raumkunst und die Geschichte des Ortes entdecken können.
Das „3-Königinnen-Palais“ ist die heutige Bezeichnung für das Kavaliershaus auf der Schlossinsel Mirow, das ursprünglich als Wohn- und Arbeitsbereich des Hofstaates der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz diente. Heute befindet sich hier eine multimediale Ausstellung zur Geschichte des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz – mit besonderem Fokus auf drei Prinzessinnen, die später europäische Königinnen wurden:
- Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, die durch ihre Heirat mit Georg III. Königin von Großbritannien und Irland wurde,
- Luise von Mecklenburg-Strelitz, Gemahlin von Friedrich Wilhelm III. und Königin von Preußen,
- Friederike von Mecklenburg-Strelitz, die durch ihre Ehe mit Ernst August Königin von Hannover wurde
Die Ausstellung beleuchtet die Lebenswege dieser drei Frauen, die aus einer vergleichsweise kleinen herzoglichen Familie stammten und durch dynastische Heiraten zu einflussreichen Figuren europäischer Monarchien wurden. Besucher:innen erwarten interaktive Elemente, Audioguide-Stationen, historische Hintergrundinformationen sowie thematische Führungen und Veranstaltungen rund um die Geschichte der Region.

Direkt verbunden ist die sogenannte Liebesinsel über einen Fußgängersteg; sie ist ein kleines Eiland, das unmittelbar nördlich der Schlossinsel Mirow im Mirower See liegt und durch eine historische Brücke mit ihr verbunden ist. Auf der Liebesinsel befindet sich das Grabmal von Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz (1882–1918), dem letzten Großherzog des Hauses. Er starb unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen – häufig wird von Suizid ausgegangen – und verfügte in seinem Testament, dass seine letzte Ruhestätte auf der Liebesinsel eingerichtet werden sollte. Sein Grabmal ist, wie vorgesehen, ein stiller Erinnerungsort und markiert zugleich den symbolischen Schlusspunkt der herzoglichen Geschichte in Mirow.