Es ist aktuell kalt genug in Berlin, dass wir das Haus am liebsten gar nicht mehr verlassen wollen. Aber gerade im kalten Januar kann ein Tagesausflug die Stimmung verbessern. Zu den schönsten Tipps in der Umgebung Berlins gehört ein Besuch der Schlösser in Brandenburg. Neben dem berühmten Schloss Sanssouci ist auch das Schloss Glienicke ein echtes architektonisches Juwel. Am südwestlichen Rand Berlins an der Grenze zu Potsdam gelegen, gilt dieser Ort als Inbegriff der Sehnsucht nach Italien. Wer also in kürzester Zeit sein Fernweh stillen möchte, ist hier richtig!
Ein Stück Italien in Deutschland
Im Schloss Glienicke nahm der „preußische Arkadien“-Traum Gestalt an. Prinz Carl von Preußen, ein Sohn von König Friedrich Wilhelm III., kaufte das Anwesen im Jahr 1824 nach einer inspirierenden Italienreise. Er beauftragte den berühmten Baumeister Karl Friedrich Schinkel, ein bereits vorhandenes Gutshaus in eine sommerliche Residenz im antiken Stil umzuwandeln.
So wollte sich Carl sein eigenes „Stück Italien“ an die Havel holen. Schloss Glienicke gilt daher als eines der frühesten und schönsten Beispiele des Klassizismus mit mediterranem Einfluss in Deutschland. Und das seht ihr auch, wenn ihr die Anlage besucht. Das Schlossensemble besticht durch seine Leichtigkeit und die harmonische Verbindung von Innen- und Außenraum. Die Umgestaltung gelang Prinz Carl so gut, dass sein Schloss weltweit berühmt wurde: Seit 1990 gehört Schloss Glienicke als Teil der „Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin“ zum UNESCO-Welterbe der Menschheit.
Der Volkspark und die Gartenkunst

Das Schloss selbst ist in einem warmen Gelbton gehalten und fühlt sich quasi direkt nach Sommer an. Es wird durch einen markanten Aussichtsturm ergänzt. Überall finden sich antike Original-Fragmente, die Prinz Carl von seinen Reisen mitbrachte und in die Mauern einfügen ließ. Direkt vor dem Schloss bewachen zwei goldene Löwen eine prächtige Fontäne, die ebenfalls nach antikem Vorbild gestaltet wurde. Farbenfroh wird es in den Innenräumen: Das Zentrum bildet der Rote Saal, es gibt aber auch einen grünen Salon, das türkise Schlafzimmer, das Marmorzimmer und die tiefblaue Bibliothek.
Ein separates Gebäude liegt direkt am Havelufer, das für kleine Gesellschaften und zum Musizieren genutzt wurde. Von hier aus hat man einen traumhaften Blick auf die Glienicker Brücke, die während des Kalten Krieges als Ort für den Austausch von Agenten weltbekannt wurde. Wunderschön ist auch der umgebende Schlosspark, der mit Teppichbeeten und Skulpturen geschmückt ist. Heute beherbergt das Schloss das erste Museum in Europa, das sich der Geschichte und dem Handwerk der preußischen Hofgärtner widmet.