Gerade wenn es draußen kalt und ungemütlich ist und der Wind durch Berlins Straßen weht, lohnt sich etwas selbstgemachte Romantik umso mehr. Wie wäre es mit einem Ausflug zu einem der schönsten Schlösser um Berlin? Dort könnt ihr Geschichte und Kultur erleben und entkommt dem Großstadttrubel einmal. Ein Besuch auf der Pfaueninsel ist daher eine absolute Empfehlung.
Die Pfaueninsel in der Berliner Havel ist ein Ort voller Widersprüche: Sie ist gleichzeitig ein UNESCO-Welterbe, ein streng geschütztes Naturschutzgebiet und ein Zeugnis preußischer Romantik. Auf dieser abgeschnittenen Insel gibt es keine Autos, keine Fahrräder und auch keine Hunde oder Raucherzonen. Es gilt: Natur pur. Das hat auch einen ganz besonderen Grund, auf den wir gleich noch zurückkommen.
Das „Märchenschloss“ im Ruinenstil

Unübersehbar ist die größte Sehenswürdigkeit auf der Pfaueninsel: das Schloss. Es wurde erbaut von 1794 bis 1797 und ist ein Paradebeispiel für die Gartenarchitektur der Romantik. Gerade von außen betrachtet sieht man das besonders gut. Denn das Schloss wurde bewusst so entworfen, dass es aus der Ferne wie eine verfallene römische Villa oder eine mittelalterliche Burg wirkt. Im späten 18. Jahrhundert galt es als modern, Schlösser im „Ruinen-Look“ zu entwerfen, um Vergänglichkeit und Melancholie zu symbolisieren.
Obwohl das Schloss wie weißer Marmor strahlt, besteht das Gebäude eigentlich aus einem holzverkleideten Riegelbau. Der weiße Anstrich und der eingeritzte Putz täuschen das edle Gestein nur vor. An einer Stelle wurde aber dennoch nachgebessert. Die beiden markanten Rundtürme sind durch eine schmiedeeiserne Brücke verbunden, die ursprünglich aus Holz war.
Dieses romantische Schloss könnt ihr nach langen Renovierungsarbeiten besichtigen – perfekt geeignet für einen Valentinstagsausflug oder auch einfach nur als märchenhafter Tagestrip. Auch die Insel selbst ist besonders im Winter oder im späten Frühjahr einen Besuch wert.
Versteckte Liebschaften und freie Pfauen

Der König Friedrich Wilhelm II ließ das Schloss auf der Pfaueninsel für sich und seine langjährige Geliebte, die spätere Gräfin Lichtenau, errichten. Hier konnten sie ihre Liebe fernab der Augen der Öffentlichkeit (und der Königin) genießen. Das erkennt man auch im Inneren: Die Räume im Schloss sind überraschend klein und gemütlich, da sie nicht für Staatsbesuche, sondern für private Stunden gedacht waren.
Die Isolation ist Teil des Konzepts der Pfaueninsel und besteht bis heute. Die Insel liegt in der Havel und ist Teil eines Naturschutzgebiets, weswegen es keine Brücke gibt. Wenn ihr die Pfaueninsel besuchen wollt, müsst ihr die Personenfähre nutzen, die euch in wenigen Minuten übersetzt.
Und neben dem Schloss und der Natur erlebt ihr auf der Insel natürlich auch die Tiere, die dem Eiland ihren Namen gegeben haben: die Pfauen. Schon seit 1795 leben Pfauen auf der Insel. Sie bewegen sich völlig frei zwischen den Besucher:innen – und daher dürfen auch keine Hunde auf die Insel. Der Schutz der Tiere hat Priorität.