Wart ihr schon mal im „deutsche Venedig“, nur eine Stunde von Berlin? Oder kennt ihr Berlins „Zombie-Hospital“? Rund um Berlin gibt es so einige mystische Orte und Lost Places, die für Gänsehaut und gespenstische Momente sorgen! Passend zur Halloween-Zeit in der Stadt stellen wir euch ein weiteres Ausflugsziel vor, das voller Geschichte steckt. Wir reden von Schloss Dammsmühle.
Eine Historie mitten durch die deutsche Geschichte

Das Schloss liegt bei Schönwalde nahe dem Mühlenbecker See im Naturpark Barnim. Es ist von einem 28 Hektar großen Areal umgeben, das Parks, Seen und Wälder beinhaltet. Dort, wo heute der große Palast steht, stand schon im 16. Jahrhundert eine Wassermühle. 1768 wurde dann ein Anwesen des Berliner Lederfabrikanten Peter Friedrich Damm – daher auch der Name „Dammsmühle“. Der Besitzer versorgte die preußische Armee mit Uniformen.
Um 1894 kaufte der Leutnant Adolph Wollank das Anwesen und baute es zum neobarocken Schloss aus, so wie wir es heute kennen. Nicht nur in seiner Anfangszeit beheimatete Schloss Dammsmühle historische Charaktere. Während der NS-Zeit war es sogar in Besitz von SS-Reichsführer Heinrich Himmler, der es von Häftlingen aus Sachsenhausen instandsetzen ließ. Und damit nicht genug, auch in der DDR hielten sich hier Gestalten von der dunkleren Seite der Geschichte auf. Stasi-Chef Erich Mielke wohnte von 1959 bis 1989 in Schloss Dammsmühle. Es diente ihm als Jagdanwesen und exklusives Gästehaus. Es gab eine eigene Kegelbahn, Sauna, Kommunikationsnetz, Bunker und Wirtschaftshof.
Nach der Wende verfiel das Schloss. Niemand kümmerte sich mehr darum. Gleichzeitig machte dieses besondere Anwesen als Filmkulisse einiges her. Gelegentlich machten sich Filmteams auf und nutzten Schloss Dammsmühle als Drehort für „Babylon Berlin“ oder „Polizeiruf“. Auch alle zwölf Folgen der ARD-Serie „Haus am See“ wurden hier gedreht.
Einst voller großer Feiern, heute ein Lost Place

Besuchen könnt ihr Schloss Dammsmühle heute leider nicht. Das Schloss ist derzeit verriegelt und von Bauzäunen umgeben, es steckt in einer langwierigen Restaurationsphase. Es lohnt, sich über aktuelle Informationen über Zugang und Sanierungsstand zu informieren, da sich das ändern kann – aktuell sieht es aber noch nicht danach aus.
Und auch von außen ist die Ruine eindrucksvoll: Ihr könnt die neobarocke Fassade mit Balkonen, Turm, alte Verzierungen und dem Bogengang mit Säulen bewundern. Und direkt daneben liegt der romantische Mühlteich und weitere Ruinen. Dazu gehört das Fundament einer ehemaligen „Moschee“ mit alten Mosaiksteinen, die sich auf einer künstlichen Insel im Teich befand. Hier wurden damals einige Feste gefeiert. Im romantischen Schlosspark könnt ihr spazieren gehen, ein Picknick mit eurem Date organisieren und Fotos von den mystischen Ruinen vor dem Teich machen.
Wer es etwas sportlicher will, hat dazu jede Gelegenheit. Denn nicht nur die Rundwanderung um den Teich (ca. 45 Minuten) liefert ordentlich Bewegung, das gesamte Areal hat tolle Wanderwege im Angebot, zum Beispiel zum Summter See oder Mühlenbecker See. In der Umgebung leben viele Wildtiere – im Frühling kann man Eulen und andere seltene Vögel beobachten. Und warum nicht gleich die Anreise zu Fuß machen? Vom Bahnhof Schönwalde führt ein Fußweg über ca. 2,5 Kilometer direkt zum Schloss Dammsmühle.