Zugegeben, Brandenburg ist nicht unbedingt bekannt als das spannenste Bundesland. Aber gerade als Ausflugsmöglichkeit von Berlin aus ist das Umland geradezu perfekt: Wer dem Trubel und Lärm der Hauptstadt entkommen möchte, findet in Brandenburg historische Schlösser, verwunschene Kloster und eine Menge Natur. Auch wenn es hier und dort auch „Berge“ gibt, ist der flache märkische Sand der Symbol der Landschaft. Aber einen absoluten Kontrast dazu bietet das Schlaubetal. Es gilt als das „schönste Bachtal Brandenburgs“ und liegt 90 Kilometer südöstlich von Berlin, nahe Frankfurt (Oder).
Der „Canyon“ von Brandenburg

Der Landschaft im Schlaubetal erinnert fast schon ein bisschen an ein Mittelgebirge. Auf dem nur 20 Kilometer langen Weg von der Quelle bis nach Müllrose durchfließt die Schlaube eine Reihe von Seen und bildet dabei tiefe Schluchten und Moore.
Das Tal ist bekannt für sein Artenreichtum. Drei Viertel aller in Brandenburg heimischen Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden, darunter Eisvögel, Fischotter, Seeadler und seltene Orchideen wie der Frauenschuh.
Einst gab es im Schlaubetal 17 Wassermühlen. Viele davon sind erhalten und bilden heute die perfekten Raststationen für eure Wanderung: Die Ragower Mühle bietet euch heute einen tollen Einblick in die alte Mühlentechnik. Gasthäuser beinhalten auch die Bremsdorfer Mühle und der Kupferhammer. Die einzige noch produzierende Mühle in Ostbrandenburg ist die Müllroser Mühle.
Wandern mit perfekter Aussicht

Das Schlaubetal bietet euch den perfekten Wanderausflug. Der Klassiker ist dabei der ca. 25 km lange Schlaubetal-Wanderweg (markiert mit einem blauen „S“). Er führt von Müllrose bis zur Schlaubemühle. Die Wege sind oft schmal und führen direkt am Wasser entlang.
Auf dem Weg solltet ihr übrigens auch unbedingt in den Ortsteil „Siehdichum“ einkehren. Der Name ist hier Programm: Vom Forsthaus Siehdichum, gelegen zwischen Hammersee und Schinkesee, habt ihr einen fantastischen Blick und gleichzeitig eine Übernachtungsmöglichkeit. Der Name stammt angeblich von einem Mönch, der von der Schönheit der Aussicht so überwältigt war, dass er rief: „Sieh dich um!“.
Falls euch noch nach etwas mehr Kultur ist, könnt ihr einen Abstecher zum Kloster Neuzelle machen. Es liegt nur ein kurzes Stück entfernt und gilt als „Barockwunder des Nordens“.