Erst kürzlich haben wir euch darüber berichtet, dass Rogacki sein Comeback mit einem Kochbuch, eigenen Produkten und Pop-ups plant und 2028 zum 100-jährigen Jubiläum ein neues Stammhaus eröffnen möchte. Nun ist der erste Schritt getan: Statt am ursprünglichen Standort in Charlottenburg ist die Berliner Feinkost-Institution zunächst mit einem Pop-up in der Markthalle Neun in Kreuzberg zurückgekehrt. Doch das ist erst der Anfang: Noch vor dem großen Jubiläum im Jahr 2028 soll Rogacki auch wieder in Charlottenburg vertreten sein.

Die Geschichte von Rogacki begann im Jahr 1928 mit einer kleinen Aalräucherei im Wedding. Vier Jahre später, 1932, zog das Unternehmen nach Charlottenburg und entwickelte sich dort im Laufe der Jahrzehnte zu einem der bekanntesten Feinkostgeschäfte der Hauptstadt. Besonders das Stammhaus in der Wilmersdorfer Straße wurde zu einer festen Institution des Berliner Stadtlebens. Hier konnten Besucher:innen nicht nur frischen Fisch, Räucherwaren und zahlreiche Delikatessen einkaufen, sondern auch direkt vor Ort essen. Ob knuspriger Backfisch, traditioneller Kartoffelsalat, frische Austern oder belegte Fischbrötchen: Rogacki war für viele Berliner:innen weit mehr als ein gewöhnliches Feinkostgeschäft. Das Geschäft entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt, an dem sich Stammkund:innen, Familien und Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten begegneten. Über Generationen hinweg wurde Rogacki damit zu einem festen Bestandteil der Berliner Esskultur.
Im Mai 2025 wurde die Geschichte des traditionsreichen Familienunternehmens von einem tragischen Ereignis überschattet. Der langjährige Inhaber Dietmar Rogacki, der das Geschäft bereits in dritter Generation führte, kam bei einem Hausbrand ums Leben. Wenige Wochen später geriet das Unternehmen in eine schwere wirtschaftliche Krise. Im Juli 2025 wurde Insolvenz angemeldet und das traditionsreiche Stammhaus an der Wilmersdorfer Straße geschlossen. Im Februar 2026 wurden schließlich sogar Teile des Inventars versteigert.
Am Freitag, dem 2. Oktober 2026, war es schließlich so weit: Rogacki öffnete erstmals wieder seine Türen. Der neue Pop-up-Store befindet sich in der Markthalle Neun an der Eisenbahnstraße 42/43 in Berlin-Kreuzberg und ist zunächst für einen Zeitraum von sechs Monaten geplant. Damit kehrt die traditionsreiche Feinkostmarke nach ihrer Insolvenz und Schließung an einem neuen Standort in das Berliner Stadtleben zurück.

Für den Neustart übernahm Rogacki den bisherigen Fischstand von „Frisch Gefischt“. Der Fisch stammt weiterhin vom bisherigen Anbieter, während die Theke nun unter dem Namen Rogacki betrieben wird. Auch ein Mitarbeiter des früheren Fischstands bleibt dem Standort erhalten. Das neue Konzept verbindet damit die traditionellen Spezialitäten des Feinkostgeschäfts mit der lebendigen Atmosphäre der Kreuzberger Markthalle.
Kulinarisch setzen die neuen Betreiber vor allem auf jene Klassiker, für die Rogacki über Jahrzehnte bekannt war. Besucher:innen dürfen sich unter anderem auf knusprigen Backfisch, Kartoffelsalat mit oder ohne Mayonnaise, Fischbrötchen mit Lachs oder Matjes sowie frische Austern, Krabben und weitere Fischspezialitäten freuen. Ergänzt wird das Angebot durch neue Kreationen wie „Halbe Eier“ in acht verschiedenen Varianten und sogenannte „Berliner Schnitten“. Darüber hinaus können Kund:innen an der Fischtheke auch frischen Fisch und Meeresfrüchte zum Mitnehmen erwerben.
Zur Wiedereröffnung am 2. Oktober hatten sich die Betreiber außerdem eine besondere Aktion überlegt: Insgesamt 2.028 gefüllte halbe Bio-Eier wurden für jeweils einen Euro angeboten. Die ungewöhnliche Zahl war kein Zufall, sondern eine Anspielung auf das Jahr 2028, in dem Rogacki sein 100-jähriges Bestehen feiern wird.