Sie gehören zum Berliner Stadtbild wie die Clubs zur Kulturszene: Die Baustellen in und um Berlin erweitern sich dieses Jahr erneut. Gefühlt dauert es manchmal ewig, bis die Sanierungen in der Stadt abgeschlossen sind. So auch bei der Hohenzollerngruft unter dem Berliner Dom. Nach über zehn Jahren Planung und sechs Jahren Bauzeit hat das Warten aber nun ein Ende. Am 1. März öffent die Hohenzollerngruft wieder ihre Türen.
Königliche Grabstätten einer besonderen Familie

Die Hohenzollerngruft unter dem Berliner Dom gilt als die wichtigste dynastische Grablege Deutschlands und gehört zu den größten Gruften Europas. Sie beherbergt 91 Bestattungen aus fünf Jahrhunderten brandenburgisch-preußischer Geschichte.
Zu den bekannteren Namen, die hier begraben liegen, gehören Fürsten und Könige aus dem Haus Hohenzollern und deren Familien, die das Land und die Stadt Berlin besonders geprägt haben. Das sind unter anderem König Friedrich I., seine Frau Sophie Charlotte und Königin Elisabeth Christine.
Wie es sich für solche historisch großen Namen wohl gehört, sind auch ihre letzten Ruhestätten ziemlich beeindruckend. Die Sarkophage sind in verschiedenen Architekturstilen kunstvoll verziert und treten in der neuen Beleuchtung fast majestätisch aus der Dunkelheit hervor. Dazwischen liegen interessanterweise aber auch einige schlichte Holzkisten. Nicht jeder Hohenzoller wollte im Prunk bestattet werden; manche entschieden sich für protestantische Bescheidenheit.
Diese Neuerungen hat die Sanierung gebracht

Die Sanierung kostete ca. 29 Millionen Euro und wurde damit deutlich teurer als geplant. Das Geld wurde für verschiedene Mittel eingesetzt: So ist die Gruft nun erstmals barrierefrei zugänglich und technisch aufgewertet. Die Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg wurden spurlos beseitigt, nur einige wenige Bereiche zeigen als historisches Mahnmal noch vom Krieg.
In einem neuen Vermittlungsraum seht ihr kurze Animationsfilme und ein interaktives Gruftmodell, die euch nicht nur die Geschichte der Hohenzollern-Familie näherbringen, sondern auch die gesamte Grabstätte näher erklären. Wenn ihr die Gruft besucht, nutzt am besten einen Audioguide, den ihr beim Eintritt in den Dom erhalten könnt. Nähere Informationen findet ihr auf der Website des Berliner Doms.
Trotz der imperialen Pracht ist die Hohenzollerngruft unter dem Berliner Dom ein Ort der Stille und der Vergänglichkeit, der den Aufstieg und den Fall eines der mächtigsten Herrscherhäuser Europas greifbar macht.