Brandenburg blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück. Das wird nicht nur an den prunkvollen Schlössern in Potsdam deutlich, sondern auch an den idyllischen Rückzugsorten im Havelland. Während Friedrich der Große in Sanssouci das königliche Leben pflegte, suchte sein Urenkel am Ufer der Havel nach Einfachheit und ländlichem Glück. Genauer gesagt im Dorf Paretz! Hier könnt ihr eine einzigartige Mischung aus königlicher Geschichte und dörflicher Bescheidenheit erleben. Es ist der ideale Ort für einen Entschleunigungs-Ausflug.
Ein Dorf für die „Königin der Herzen“

Paretz verdankt seine heutige Gestalt einem königlichen Liebespaar: Friedrich Wilhelm III. und seiner Frau, der legendären Königin Luise. Sie wollten fernab des Protz und des Prunks in Berlin und Potsdam ein ruhiges Leben führen. In Paretz suchten sie die Einfachheit, um hier den Sommer abseits des steifen Hoflebens zu verbringen.
Doch Paretz war kein gewöhnliches Dorf, sondern bewusst so entworfen. Der König ließ das gesamte Dorf Ende des 18. Jahrhunderts vom Architekten David Gilly umgestalten. Das Schloss sollte sich fast bescheiden in die Reihe der Bauernhäuser einfügt. Ein radikaler Bruch mit dem gewohnten Prunk der Hohenzollern! Das absolute Unikat ist diese „Paretzer Stilstille“: Alles sollte harmonisch, nützlich und schlicht sein. Hier konnte Luise, die „Königin der Herzen“, ganz ungezwungen spazieren gehen und fast ein „normales“ Leben führen.
Wo in Paretz die Zeit stehengeblieben ist

Heute ist das Dorf ein perfekt erhaltenes Zeitzeugnis. Wer durch die Straßen wandert, fühlt sich in eine Zeit zurückversetzt, in der die Uhren etwas langsamer gingen. Das kleine Sommerschloss in Paretz beherbergt heute ein Museum. Ein absolutes Highlight sind die berühmten Paretzer Tapeten: handgemalte Papiertapeten mit exotischen Vögeln und Pflanzen, die zu den bedeutendsten ihrer Art in Europa gehören.
Nur ein paar Schritte vom Schloss entfernt liegt eine gotische Kirche, die mit der Dorferneuerung ebenfalls umgestaltet wurde. Sie beherbergt ein berühmte Tonrelief, das die Ankunft des Königspaares im Dorf zeigt. Die „Luisenpforte“ im Park markierte einst den Eingang zum privaten Bereich der Königin. Ein Spaziergang durch den weitläufigen Schlosspark bis hinunter zur Havel bietet Natur pur und weite Ausblicke über die Flusslandschaft. Fühlt euch wie das Königspaar persönlich, dass dem Trubel der Großstadt entkommen wollte.