Mainstream-Cafés in Berlin kennt wohl jeder – und natürlich sind viele davon einen Besuch wert. Doch wenn es im Sommer mal ein idyllischeres Plätzchen im Grünen sein soll, haben wir ein paar weniger bekannte Alternativen für euch. Vom indonesischen Café bis hin zum Kindercafé, in dem die Großen entspannt ihren Kaffee genießen können, während sich die Kleinen austoben, hat Berlin einiges zu bieten. Aber wie wäre es mit einem Café mitten im Grünen, Rezepten wie von Oma und einer wirklich außergewöhnlichen Lage? Das Nonna Café befindet sich in der Greifswalder Straße 229 in Prenzlauer Berg und liegt direkt auf dem Georgen-Parochial-Friedhof I – eine überraschend ruhige Oase mitten in der Hauptstadt.

Der Friedhof wurde bereits 1813 auf einem ehemaligen Weinbergsgelände angelegt und steht heute unter Denkmalschutz. Alte Bäume, historische Erbbegräbnisse und kunstvoll gestaltete Grabstätten prägen das Gelände. Eine Dauerausstellung mit verschiedenen Informationstafeln erzählt außerdem von der Bestattungskultur und Grabsymbolik des 19. Jahrhunderts. Das Café selbst befindet sich in einem kleinen Gebäude am Friedhof, in dem früher Blumen verkauft wurden. Seit 2021 ist hier das Nonna Café zu Hause. Dadurch entsteht ein ungewöhnlicher Kontrast: Auf der einen Seite befindet sich die viel befahrene Greifswalder Straße, während sich auf der anderen Seite die ruhige und grüne Friedhofsanlage erstreckt.
Gegründet wurde das Café von einer aus Prag stammenden Architektin, die bereits 2020 die Idee für das Nonna Café entwickelte. Mit dem ehemaligen Blumenladen am Friedhof fand sie schließlich den passenden Ort für ihr Konzept. Rund anderthalb Jahre wurde das Gebäude renoviert und umgestaltet, bevor daraus das heutige Café entstand. Das architektonische Know-how der Gründerin spielte bei der Gestaltung eine wichtige Rolle. Das kleine Gebäude stammt aus den 1930er-Jahren und wurde zu einem hellen, modernen Café umgebaut. Trotz der neuen Nutzung blieb der besondere Charakter des Ortes erhalten.

Der Name „Nonna“ bedeutet zwar auf Italienisch „Großmutter“, das kulinarische Konzept des Cafés ist jedoch stark von tschechischen und böhmischen Traditionen geprägt. Die Großmutter der Gründerin spielt dabei eine zentrale Rolle. Nicht nur verschiedene Rezepte, sondern auch Teile der Gestaltung und Dekoration des Cafés greifen die persönliche Familiengeschichte auf. Dadurch soll das Essen an Gerichte erinnern, die man früher bei der eigenen Großmutter bekommen hat. Statt klassischer Berliner Cafégerichte stehen deshalb einige Spezialitäten auf der Karte, die man in der Stadt deutlich seltener findet.
Besonders bekannt ist das Nonna Café für seine hausgemachten Buchteln aus Hefeteig. Die fluffigen Teigstücke werden mit wechselnden Füllungen wie Powidl, Mohn oder Quark angeboten und kosten aktuell etwa 3,10 Euro pro Stück. Daneben gibt es traditionelle süße Knödel mit saisonal wechselnden Füllungen. Je nach Jahreszeit werden dafür beispielsweise Pflaumen, Heidelbeeren, Erdbeeren oder Aprikosen verwendet. Eine Portion kostet derzeit etwa 13,50 Euro. Auch die Kefir-Pancakes greifen die Familiengeschichte auf. Sie werden mit Quark-Sahne-Creme und Beerensoße serviert und kosten 10,50 Euro. Das Café verbindet dieses Gericht selbst mit der Erinnerung an Sommerbesuche bei der Großmutter.