Der Alltag wird immer teurer und wenn wir auch für unsere Freizeit tief in die Tasche greifen müssen, vergeht uns manchmal die Lust auf die eine oder andere Unternehmung. Umso schöner ist es, wenn die Hauptstadt kostenlose Aktivitäten bietet, bei denen wir trotzdem jede Menge erleben können. Genau deshalb war der Museumssonntag für viele Berlinerinnen und Berliner eine besonders beliebte Tradition. Doch Ende 2024 wurde das kostenlose Kulturangebot aufgrund von Haushaltskürzungen eingestellt. Nach fast zwei Jahren Pause gibt es nun endlich gute Nachrichten: Der beliebte Museumssonntag könnte nach Berlin zurückkehren! Damit dürfen sich Kunst- und Kulturinteressierte wieder Hoffnung auf kostenlose Museumsbesuche machen.

Im Sondierungspapier von Linken, Grünen und SPD, das als Grundlage für mögliche Koalitionsverhandlungen dient, ist die Wiedereinführung des Museumssonntags vorgesehen. Geplant sind demnach 16 kostenlose Museumssonntage pro Jahr. Eine endgültige Entscheidung über die Rückkehr steht allerdings noch aus. Schon am kommenden Sonntag, dem 25. Oktober 2026, können sich Berlinerinnen und Berliner auf einen Vorgeschmack freuen. Vier Museen im Südwesten der Hauptstadt öffnen an diesem Tag kostenlos ihre Türen und bieten zusätzlich verschiedene Workshops und Veranstaltungen an. Mit der gemeinsamen Aktion möchten die Einrichtungen ein Zeichen für die Rückkehr des beliebten Museumssonntags setzen.
Der Museumssonntag gehörte über mehrere Jahre zu den beliebtesten Kulturangeboten der Hauptstadt. Das Konzept ermöglichte es Besucherinnen und Besuchern, zahlreiche Berliner Museen regelmäßig kostenlos zu erkunden. Ziel war es, Kunst und Kultur unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten zugänglich zu machen und insbesondere Menschen anzusprechen, die normalerweise nur selten oder gar nicht ins Museum gehen.
Während seiner dreijährigen Laufzeit fanden insgesamt 42 kostenlose Museumssonntage statt, an denen sich 81 Berliner Museen beteiligten. Mehr als 2,2 Millionen Menschen nutzten das Angebot. Die teilnehmenden Einrichtungen verzeichneten an diesen Tagen einen Publikumszuwachs von rund 35 Prozent. Nach Angaben der Veranstalter gelang es zudem, viele Menschen zu erreichen, die zuvor nicht zu den regelmäßigen Museumsbesuchern gehörten. Trotz dieses Erfolgs musste das Projekt Ende 2024 eingestellt werden. Hintergrund waren umfangreiche Kürzungen im Berliner Kulturhaushalt, durch die das Land Berlin die finanzielle Förderung des Museumssonntags beendete. Damit verschwand eines der bekanntesten kostenlosen Kulturangebote der Hauptstadt.

Während die politische Entscheidung über eine dauerhafte Rückkehr noch aussteht, setzen vier Museen im Berliner Südwesten bereits ein Zeichen. Am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, laden das Haus am Waldsee, das Kunsthaus Dahlem, das Georg Kolbe Museum und das Brücke-Museum zu einem gemeinsamen kostenlosen Museumstag ein.
Das Haus am Waldsee in Zehlendorf öffnet seine Türen von 11 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt. Neben den Ausstellungen erwartet die Besucher von 13:30 bis 16:30 Uhr ein offener Kreativworkshop, an dem Kinder, Familien und weitere Interessierte ohne vorherige Anmeldung teilnehmen können. Auch das Kunsthaus Dahlem beteiligt sich an der Aktion und ermöglicht zwischen 11 und 17 Uhr einen kostenlosen Ausstellungsbesuch. Zu sehen sind unter anderem Werke von Eva Frankfurther, Antonio Peña und Ruth Maria Linde-Heiliger. Zusätzlich findet um 11 Uhr eine Matinée zum 30-jährigen Bestehen der Bernhard-Heiliger-Stiftung statt.
Im Georg Kolbe Museum können Besucher die Ausstellung „everybody“ kostenlos entdecken. Darüber hinaus werden um 14 Uhr eine öffentliche Ausstellungsführung und um 15:30 Uhr eine Gartenführung angeboten. Zwischen 14 und 17 Uhr findet außerdem ein offener Kunstworkshop statt. Das Brücke-Museum in Dahlem schließt sich ebenfalls dem Aktionstag an und gewährt kostenlosen Eintritt. Das Museum widmet sich insbesondere dem deutschen Expressionismus und beherbergt bedeutende Werke der Künstlergruppe „Brücke“.