Zu den Spätsommeraktivitäten gehört eine rasante Achterbahnfahrt irgendwie dazu. Aber einen Berg hinunterdüsen? Das klingt zunächst eher nach winterlichem Spaß im Schnee. Da irrt ihr euch, denn Berlin besitzt eine Sommerrodelbahn, bei der ihr in einem Bob auf Schienen einen natürlichen Hang hinunterfahrt. Die LEITNER Natur-Bobbahn liegt im Kienbergpark direkt neben den Gärten der Welt. Sie gilt offiziell als erste ganzjährig betriebene Natur-Bobbahn Berlins und ist damit tatsächlich ein ziemlich außergewöhnliches Erlebnis für die Hauptstadt.

Auf einer knapp 500 Meter langen Strecke geht es mit Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h den Kienberg hinunter. Das Ganze funktioniert ähnlich wie ein Alpine Coaster. Ihr sitzt in einem Bob, der auf einer fest installierten Schiene fährt, und saust durch zahlreiche Kurven durch die grüne und teilweise bewaldete Landschaft des Kienbergs. Nach der eigentlichen Talfahrt wartet sogar noch ein Panoramakreisel, in dem ihr zwei Runden dreht, bevor der Bob automatisch wieder nach oben transportiert wird. Die heutigen Bobs können dabei sowohl allein als auch zu zweit genutzt werden.
Auch die Geschichte hinter der LEITNER Natur-Bobbahn ist spannend. Sie entstand gemeinsam mit dem Kienbergpark und der Seilbahn im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung Berlin 2017. Während viele Attraktionen solcher Großveranstaltungen nach deren Ende wieder verschwinden, blieb die Natur-Bobbahn dauerhaft bestehen und entwickelte sich zu einem festen Bestandteil des Parks. Im Jahr 2022 kam es allerdings zu einem schweren Einschnitt. In der Nacht zum 30. Juni 2022 wurden das Betriebsgebäude und ein Großteil der Bobs durch einen Brandanschlag zerstört. Die Bahn musste daraufhin für rund zwei Jahre schließen. Betreiber LEITNER investierte schließlich etwa 1,8 Millionen Euro in den Wiederaufbau der Anlage.
Am 11. Juli 2024 konnte die Natur-Bobbahn schließlich wiedereröffnet werden. Dabei wurde sie nicht einfach nur wiederaufgebaut, sondern gleichzeitig modernisiert. Seitdem stehen unter anderem 22 neue Bobs, ein zusätzlicher Kreisel, ein modernes Fahrassistenzsystem und ein leiserer Rücktransport zur Verfügung. Auf dem neuen Stationsgebäude wurde außerdem eine Photovoltaikanlage vorgesehen, durch die ein erheblicher Teil des benötigten Stroms direkt vor Ort erzeugt werden soll.

Von April bis September 2026 ist die Natur-Bobbahn täglich von 10:30 bis 18 Uhr geöffnet, wobei die Kasse bereits um 17 Uhr schließt. Eine einzelne Fahrt kostet für Erwachsene 6,50 Euro, während der ermäßigte Preis bei 5 Euro liegt. Wer direkt mehrere Runden drehen möchte, kann drei Fahrten für 16 Euro beziehungsweise ermäßigt für 12 Euro kaufen. Die Tickets sind ausschließlich direkt an der Kasse am Kienberg erhältlich.
Auch für Familien ist die Attraktion interessant. Kinder zwischen 3 und 5 Jahren fahren kostenlos, wobei maximal drei kostenlose Fahrten pro Tag möglich sind. Kinder zwischen 3 und 7 Jahren dürfen nur gemeinsam mit einem Erwachsenen fahren. Ab einem Alter von 8 Jahren und einer Körpergröße von mindestens 1,35 Metern ist es möglich, den Bob allein zu steuern.
Besonders spannend ist die Natur-Bobbahn, weil sich ein Besuch problemlos mit weiteren Attraktionen rund um den Kienberg verbinden lässt. Dadurch eignet sich der Ort nicht nur für eine kurze Fahrt, sondern für einen kompletten Outdoor-Ausflug mitten in Berlin. Auf dem Kienberg befindet sich beispielsweise der futuristische Aussichtspunkt Wolkenhain. Von hier aus habt ihr einen weiten Blick über die Gärten der Welt, das Wuhletal und Marzahn-Hellersdorf. Zusätzlich verbindet die Seilbahn den U-Bahnhof Kienberg – Gärten der Welt mit dem Kienbergplateau und den Gärten der Welt.