Berlin befindet sich im ständigen Wandel zwischen Neueröffnungen und Schließungen. Während mit dem ersten Straßenkinderhaus Deutschlands und einem neuen Edeka E-Center neue Einrichtungen ihre Türen öffnen, müssen wir uns schon bald vom M&M’s Store und dem Berlin Dungeon verabschieden. Doch damit nicht genug: Nun steht auch eine der bekanntesten und traditionsreichsten Warenhausketten Deutschlands erneut vor einer ungewissen Zukunft. Mehrere Berliner Filialen könnten ebenfalls betroffen sein. Galeria soll am Freitag, dem 2. Oktober 2026, bereits zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren Insolvenz angemeldet haben.

Damit steht eines der bekanntesten deutschen Einzelhandelsunternehmen erneut vor einer ungewissen Zukunft. Bundesweit sind 83 Warenhäuser und rund 11.250 Beschäftigte betroffen. Die Filialen sollen vorerst geöffnet bleiben, doch ob alle Standorte langfristig erhalten werden können, ist unklar. Auch Berlin ist von der erneuten Insolvenz betroffen. In der Hauptstadt betreibt Galeria derzeit sechs Warenhäuser, in denen rund 1.300 Menschen beschäftigt sind. Besonders kritisch ist die Situation für vier Standorte, deren wirtschaftliche Zukunft bereits seit Juli 2026 überprüft wird.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens bestehen bereits seit mehreren Jahren. Schon 2020, 2022 und 2024 musste Galeria Insolvenzverfahren durchlaufen, bei denen zahlreiche Filialen geschlossen wurden und Arbeitsplätze verloren gingen. Auch 2026 verschärfte sich die finanzielle Lage zunehmend. Bereits im April berichteten Vermieter über ausstehende Mietzahlungen. Im Juni erhielt Galeria eine Finanzierung von bis zu 160 Millionen Euro, die unter anderem zur Begleichung offener Verbindlichkeiten dienen sollte. Dennoch kündigte das Unternehmen im Juli an, bundesweit 33 Warenhäuser auf ihre Wirtschaftlichkeit zu überprüfen.
Am 5. Oktober ordnete das Amtsgericht Düsseldorf schließlich das vorläufige Insolvenzverfahren an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Frank Kebekus bestellt, der bereits an früheren Galeria-Verfahren beteiligt war.
Besonders betroffen sind die Warenhäuser am Alexanderplatz in Mitte, am Hermannplatz in Neukölln, am Kurfürstendamm in Charlottenburg und in der Spandauer Altstadt. Alle vier Standorte befinden sich bereits seit Juli auf einer Prüfliste des Unternehmens. Ihre langfristige Zukunft hängt unter anderem von der wirtschaftlichen Entwicklung und möglichen Vereinbarungen mit den Vermietern ab. Die beiden weiteren Berliner Filialen in Steglitz und Tegel stehen bislang nicht auf dieser Liste. Sie sollen wirtschaftlich besser aufgestellt sein, eine dauerhafte Bestandsgarantie gibt es allerdings auch für sie nicht. Bereits bei früheren Insolvenzen musste Berlin mehrere bekannte Warenhäuser aufgeben, darunter Standorte an der Wilmersdorfer Straße, der Müllerstraße im Wedding und am Tempelhofer Damm.

Für die Beschäftigten gibt es zumindest vorübergehend eine finanzielle Absicherung. Am 13. Oktober bestätigte die Bundesagentur für Arbeit den Anspruch auf Insolvenzgeld für zunächst rund 9.650 Mitarbeitende. Damit sollen die Löhne und Gehälter für Oktober, November und Dezember gesichert werden. Für weitere rund 1.600 Beschäftigte aus anderen Unternehmensbereichen laufen separate Verfahren. Kundinnen und Kunden können weiterhin in den Galeria-Warenhäusern einkaufen. Allerdings werden derzeit keine Gutscheine angenommen. In einigen Filialen sind außerdem bestimmte Verkaufsbereiche abgesperrt, da es Unstimmigkeiten mit Lieferanten über die Bezahlung ihrer Waren gibt.