Außergewöhnliche Clubs sind in Berlin keine Seltenheit. Schon vor rund 30 Jahren fanden in der Hauptstadt Fetisch- und Fantasypartys in einem Club statt, der damals als „härtester Club der Welt“ galt und heute einen Bunker mit einer beeindruckenden Kunstsammlung beherbergt. Doch es muss schließlich nicht immer nur Berghain, KitKat oder Tresor sein – auch Berlins legendäre Clubszene braucht hin und wieder frischen Wind. Mitglieder der Fetisch-Community dürfen sich deshalb freuen: Mit ROSA hat im September 2026 ein neuer Club eröffnet, der selbst in der experimentierfreudigen Hauptstadt aus der Reihe fällt.

In den ehemaligen Räumlichkeiten des Kultclubs Mensch Meier an der Storkower Straße 121 in Prenzlauer Berg ist ein sexpositiver Nachtclub entstanden, der bewusst mit der traditionellen Ästhetik der Berliner Fetischszene bricht. Statt dunkler Räume, industrieller Einrichtung und einer überwiegend schwarzen Farbpalette setzt ROSA auf pinkfarbene Kacheln, abgerundete Formen, weiche Materialien und verspielte Details. Dabei geht es um weit mehr als eine außergewöhnliche Innenarchitektur. Die Betreiber möchten einen dauerhaften Treffpunkt für Berlins queere, sexpositive und kinkinteressierte Community schaffen, an dem elektronische Musik, Nachtleben, Sexualität und Gemeinschaft unter einem Dach zusammenfinden.
ROSA eröffnete am 5. September 2026 und bietet Platz für bis zu 1.200 Besucher:innen. Der Club verfügt über zwei Dancefloors, mehrere sogenannte Playrooms, drei Bars und einen Außenbereich. Musikalisch steht vor allem elektronische Musik im Mittelpunkt, wobei sich die Stilrichtungen je nach Veranstaltung unterscheiden können. Das Besondere an ROSA ist, dass der Club von Anfang an speziell für die Bedürfnisse der Kink-Community konzipiert wurde. Anders als gewöhnliche Technoclubs, die für einzelne sexpositive Veranstaltungen umgestaltet werden, ist hier das gesamte Raumkonzept auf eine dauerhafte Nutzung durch diese Szene ausgelegt.
Zur Ausstattung gehören außerdem drei Sexschaukeln, großformatige Fotografien männlicher und weiblicher Genitalien sowie ein ungewöhnlicher Penis-Scanner. Mit dieser Gestaltung möchte ROSA bewusst eine andere Atmosphäre schaffen als traditionelle Fetischclubs, die häufig von dunklen Farben, Metall und einer industriellen Ästhetik geprägt sind. Die Räume sollen freundlicher, verspielter und weniger einschüchternd wirken, ohne dabei ihre eigentliche Funktion zu verlieren. Denn ROSA ist kein gewöhnlicher Themenclub, sondern ein Veranstaltungsort, an dem unterschiedliche sexuelle Vorlieben und Praktiken in einem einvernehmlichen Rahmen ausgelebt werden können.

Mehrere speziell ausgestattete Playrooms stehen zur Verfügung, die teilweise bewusst heller gestaltet sind als klassische Darkrooms. Dadurch sollen sich die Beteiligten besser sehen, miteinander kommunizieren und persönliche Grenzen leichter wahrnehmen können. Allerdings bedeutet der Besuch eines Kink-Clubs keineswegs, dass Gäste sexuell aktiv werden müssen. Auch das Tanzen, Kennenlernen neuer Menschen und der gemeinschaftliche Austausch gehören ausdrücklich zum Konzept. Großzügige Aufenthaltsbereiche bieten deshalb genügend Raum für Gespräche, Begegnungen und entspannte Momente abseits der Tanzflächen.
Hinter ROSA steht die Idee, der Berliner Kink-Kultur einen festen Ort zu geben. Während viele sexpositive Veranstaltungen bislang in gewöhnlichen Clubs stattfinden, die nur für einzelne Nächte entsprechend umgestaltet werden, soll ROSA dauerhaft als Treffpunkt für diese Community dienen.
Die Betreiber möchten damit nicht nur einen weiteren Nachtclub schaffen, sondern einen Raum, in dem sich Menschen frei entfalten, Kontakte knüpfen und ihre sexuelle Identität ohne Stigmatisierung ausleben können. Gleichzeitig soll Kink als eigenständige Kultur sichtbar werden, die weit über sexuelle Begegnungen hinausgeht.