Gäste assoziieren Fine Dining oft mit steifen weißen Tischdecken und astronomischen Rechnungen. In Friedrichshain bricht ein neues Lokal genau diese Regeln. Wer exzellentes Essen schätzt, muss dafür weder den eigenen Kiez verlassen noch das Budget sprengen. Das Cielo in der Lenbachstraße 7, 10245 Berlin nennt seine Philosophie „Fair Dining“, bei der hochwertige, saisonale Küche bewusst ohne die klassische Distanz des Fine Dinings inszeniert wird. Der italienische Chefkoch verfolgt eine klare Vision: Er möchte ein kulinarisches Erlebnis auf Michelin-Niveau für die gesamte Nachbarschaft zugänglich machen. Hier trifft herausragende Handwerkskunst auf eine völlig unprätentiöse Atmosphäre.
Radikale Saisonalität auf dem Teller
Die Basis der Speisen bilden handverlesene Grundprodukte. Das Küchenteam bezieht seine Zutaten fast ausschließlich von zwei Lieferanten – einem in Italien und einem in Deutschland. Da die Zusammenarbeit strikt auf biodynamische Betriebe beschränkt ist, wechselt die Speisekarte stetig. Die Rezepte richten sich kompromisslos nach den Jahreszeiten. Je nach Ernte und Fang landen zarter Oktopus, Artischocken oder cremige Burrata auf ofenwarmem Brot vor den Gästen.

Orange Wine und mediterranes Flair
Zum Konzept gehört ein großes offenes Weinregal mit unkonventioneller Auswahl. Besonders hervor sticht aktuell der „Full of Rage“ von Christopher Full. Dieser Grauburgunder wird speziell als Rosé-Orange Wine ausgebaut. Eine extrem lange Maischestandzeit sorgt für markante Tannine, während das frische Fruchtprofil komplett erhalten bleibt – ein idealer Begleiter zur hausgemachten Pasta des Hauses.
Der Name des Restaurants ist Programm: Cielo bedeutet Himmel. Der Gründer holt damit ein Stück seiner Heimat in die Hauptstadt. Helle Farben, Neonlichter und Kunstwerke an den Wänden spiegeln die Landschaften des Mittelmeerraums wider. So entsteht ein Raum, an dem ehrliche Kochkunst und nachbarschaftliche Gelassenheit nahtlos ineinandergreifen. Fast wie ein kulinarischer kurzer Ausbruch ans Mittelmeer.