Lust auf Kunst? Dann habt ihr in Berlin das ganze Jahr über eine beeindruckende Auswahl. Egal ob Liebhaber klassischer, antiker Werke oder Fans zeitgenössischer Kunst, die von minimalistisch bis hochdigital reicht – die Ausstellungen der Stadt bieten für jeden etwas. Schon an diesem Wochenende könnt ihr erleben, wie sich Berlin beim Gallery Weekend Berlin in eine offene Galerie verwandelt. Wer zusätzlich in eine andere Kultur eintauchen möchte, kann bei „Lights of Korea“ durch über 1.300 leuchtende Seidenlaternen spazieren. Und dann gibt es noch eines der spannendsten Kunst-Events der Stadt: Die Ausstellung „Regular Animals“ von Beeple in der Neue Nationalgalerie zeigt Elon Musk, Mark Zuckerberg, Andy Warhol, Pablo Picasso und Beeple selbst als interaktive Roboterhunde.

Im Zentrum der Ausstellung stehen mehrere interaktive Roboterhunde, die auf den ersten Blick futuristisch wirken, auf den zweiten jedoch eine bewusst provokante Idee transportieren. Statt gewöhnlicher Köpfe tragen sie die Gesichter von Musk, Zuckerberg, Warhol, Picasso sowie Beeple selbst.
Die Installation ist nicht nur visuell, sondern auch aktiv und performativ angelegt: Die Roboterhunde bewegen sich frei im Raum, fotografieren ihre Umgebung und lassen diese Bilder anschließend von einer künstlichen Intelligenz neu interpretieren. So entstehen Werke im Stil der jeweiligen Figur – von klaren Picasso-Referenzen bis hin zu einer digitalen, metaverseartigen Ästhetik im Fall von Zuckerberg. Anschließend drucken die Hunde diese Bilder aus. Der bewusst provokante Twist: Die Kunstwerke werden von den Hunden „ausgeschieden“ – eine absurde, ironische Geste, die Teil der künstlerischen Aussage ist. Besucher können die Prints sogar mitnehmen, denn während der Ausstellung werden rund 1.000 Werke in sogenannten „Doggy Bags“ verteilt.

Inhaltlich stellt die Installation eine der zentralen Fragen unserer Gegenwart: Wer prägt heute unsere Wahrnehmung der Welt? Während früher Künstler wie Warhol oder Picasso maßgeblich beeinflussten, wie wir Realität sehen und interpretieren, liegt diese Macht heute zunehmend bei Tech-Milliardären und ihren Plattformen. Sie kontrollieren Algorithmen, die entscheiden, welche Inhalte sichtbar sind und welche nicht. Beeple macht deutlich, dass sich diese Deutungshoheit von der Kunstwelt hin zur Technologie verschoben hat.
Die Installation ist im unteren Foyer der Neuen Nationalgalerie zu sehen, wo die minimalistische Architektur des Gebäudes auf die futuristische Präsenz der Roboter trifft. Der offene Raum sorgt dafür, dass Besucher Teil der Inszenierung werden und sich mitten im Geschehen bewegen. Gleichzeitig ist die Ausstellung besonders niedrigschwellig zugänglich, da der Eintritt frei ist.
Die Ausstellung läuft vom 29. April bis zum 10. Mai 2026. Geöffnet ist sie von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr, donnerstags sogar bis 20 Uhr.