
Ein mindestens 20 Kilogramm schwerer Betonbrocken stürzte am 13. Dezember 2012 um 10.45 Uhr krachend in die Bahnhofshalle. Rund 190.000 Menschen steigen täglich am Bahnhof Friedrichstraße ein und aus – und dennoch befand sich wie durch ein Wunder niemand im falschen Moment am falschen Ort. Niemand wurde verletzt; eine Frau, die unmittelbar daneben stand, erlitt einen Schock, musste jedoch nicht ärztlich behandelt werden. Nach dem Vorfall wurden ein Teil der Halle sowie das darüberliegende Gleis vorsorglich gesperrt. Es folgten wichtige Sicherungsmaßnahmen: Die Decke wurde von Bahnsachverständigen und Statikern genau untersucht und für vertiefende Prüfungen wurde ein Gerüst errichtet. Als Ursache wurden laut Angaben Baumängel bei einer früheren Sanierung festgestellt.
Auch wenn dieser Vorfall nun rund 13 Jahre zurückliegt, kämpft der Bahnhof Friedrichstraße bis heute mit den Konsequenzen. Zahlreiche umfangreiche Prüfungen waren seitdem erforderlich und gingen mit Sanierungsarbeiten sowie wiederkehrenden Sperrungen einher. Dadurch waren Ladenlokale und Gewerbeflächen über lange Zeit nicht uneingeschränkt nutzbar – und auch ein Vertrauensverlust bei den Mietern setzte ein. Gibt es Sicherheitsrisiken? Wann wird alles fertig sein? Diese Unsicherheiten führten zu steigendem Leerstand und machten die Gewerbeflächen für neue Mieter zunehmend unattraktiv. Noch bis einschließlich Frühjahr 2026 sind Bauwerksprüfungen angesetzt; erst danach sollen die Mieter wieder einziehen können.