David Bowie und Berlin verbindet eine außergewöhnliche Geschichte: In den 1970er-Jahren lebte der britische Weltstar in einer unscheinbaren Altbauwohnung in Schöneberg, wo er einige seiner bedeutendsten musikalischen Werke schuf. 1987 schrieb er erneut Berliner Musikgeschichte, als er vor dem Reichstag auftrat und Tausende Jugendliche auf der anderen Seite der Mauer seine Musik verfolgten. Das Konzert wurde zu einem Symbol der Sehnsucht nach Freiheit und der Überwindung der deutschen Teilung. Auch Jahrzehnte später bleibt Bowies Verbindung zur Hauptstadt lebendig: Im Februar 2027 soll ein neuer Dokumentarfilm über den Musiker in Berlin seine Weltpremiere feiern.

Am 6. Juni 1987 trat David Bowie im Rahmen des dreitägigen Festivals „Concert for Berlin“ vor dem Reichstagsgebäude in West-Berlin auf. Anlass war die 750-Jahr-Feier der Stadt. Neben Bowie standen auch Genesis und die Eurythmics auf dem Programm. Das Besondere: Die Bühne befand sich unmittelbar an der Berliner Mauer, sodass die Musik auch in Ost-Berlin zu hören war.
Für Bowie war der Auftritt eine Rückkehr an einen besonderen Ort. Zwischen 1976 und 1978 hatte er in Schöneberg gelebt und während dieser Zeit unter anderem seinen berühmten Song „Heroes“ aufgenommen, der später zu einer Hymne der deutschen Teilung wurde.
Auf der Ostseite versammelten sich während der Konzerttage insgesamt rund 4.000 Jugendliche, die die Musik der internationalen Stars hören wollten. Die DDR-Sicherheitskräfte versuchten, die Menschenansammlungen am Brandenburger Tor aufzulösen. Dabei kamen Schlagstöcke, Polizeihunde und Sperrketten zum Einsatz. Die Situation eskalierte, und Jugendliche riefen Parolen wie „Die Mauer muss weg!“ und „Wir wollen Freiheit!“. Es kam zu Festnahmen und gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Die Proteste beschränkten sich nicht auf Bowies Auftritt am 6. Juni, sondern setzten sich während der folgenden Festivaltage fort. Historische Stasi-Aufnahmen und Berichte dokumentieren die Ereignisse. Nur zwei Jahre und fünf Monate später, am 9. November 1989, fiel die Berliner Mauer. Bowies Konzert gilt rückblickend als symbolträchtiger Moment des wachsenden Freiheitswillens in der DDR.
Ein Jahr später, am 19. Juni 1988, trat Michael Jackson ebenfalls vor dem Reichstagsgebäude auf. Um ähnliche Proteste zu verhindern, organisierte die DDR zeitgleich ein Gegenkonzert mit Bryan Adams in Weißensee.