Unser Alltag wird immer teurer. Erst an diesem Wochenende schossen die Spritpreise in ganz Deutschland in die Höhe. Gerade mit einem kleinen Budget wird es zunehmend schwieriger, Alltag und Freizeit unter einen Hut zu bekommen. Umso mehr freut man sich über günstige oder kostenlose Events und echte Schnäppchen in der City. Genau die findet ihr im Sewan-Kaufhaus in der Sewanstraße 186 in Berlin-Lichtenberg, genauer gesagt in Friedrichsfelde. Dabei handelt es sich um ein Sozialkaufhaus und gleichzeitig um ein soziales Beschäftigungsprojekt. Die angebotenen Gegenstände stammen aus Spenden und werden zu besonders günstigen Preisen weiterverkauft.

Die dort angebotenen Gegenstände stammen aus Spenden und werden vor dem Verkauf sortiert, geprüft, gereinigt beziehungsweise aufbereitet. Anschließend werden sie zu günstigen Preisen weiterverkauft. Das Besondere daran ist, dass jeder im Sewan-Kaufhaus einkaufen darf. Man muss weder Bürgergeld beziehen noch ein bestimmtes Einkommen nachweisen, um dort shoppen zu können. Menschen mit geringem Einkommen können allerdings eine Sewan-Kaufhaus-Karte erhalten, mit der sie 30 Prozent zusätzlichen Rabatt bekommen.
Das Angebot geht weit über klassische Secondhand-Kleidung hinaus. Zum Sortiment gehören Damen-, Herren-, Kinder- und Babykleidung sowie Schuhe und Taschen. Darüber hinaus findet man Haushaltswaren wie Geschirr, Töpfe, Pfannen und Vasen, verschiedene Dekoartikel, Elektrogeräte und Spielzeug. Auch Bücher, CDs, DVDs, Blu-rays und Schallplatten werden angeboten. Bei Elektrogeräten gelten besondere Bedingungen für die Spendenannahme. Aufgrund der einjährigen Gewährleistungspflicht nimmt das Kaufhaus nach eigenen Angaben nur Geräte an, die jünger als fünf Jahre sind. Bei Möbeln ist dagegen Vorsicht geboten. Auf der aktuellen Website weist das Sewan-Kaufhaus ausdrücklich darauf hin, dass keine Möbelspenden angenommen oder abgeholt werden. Da ältere Quellen teilweise noch Möbel erwähnen, sollte man sich hier an den aktuellen Angaben des Kaufhauses orientieren.

Beim Sewan-Kaufhaus geht es nicht nur darum, gebrauchten Gegenständen ein zweites Leben zu schenken. Das Kaufhaus ist gleichzeitig ein sogenanntes Zuverdienstprojekt, in dem bis zu 30 Menschen Beschäftigung, Tagesstruktur und Gemeinschaft finden können. Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und/oder Suchterkrankungen. Die Beschäftigten übernehmen unterschiedliche Aufgaben und arbeiten beispielsweise im Verkauf, in der Reinigung, bei der Sortierung und beim Transport sowie in der Verwaltung oder Wäscherei. Vorerfahrungen oder bestimmte berufliche Qualifikationen sind dafür nicht erforderlich. Der zeitliche Umfang wird individuell vereinbart und beträgt nach Angaben des Kaufhauses zwischen drei und 15 Stunden pro Woche.
Die Geschichte des Projekts reicht bis ins Jahr 2010 zurück, als die Idee für das Sozialkaufhaus entstand. Der Umbau begann 2011. Der damalige Leiter Wolfgang Kuleßa wurde 2022 für sein Engagement mit dem Lichtenberger Bezirkstaler ausgezeichnet. Wer zu Hause gut erhaltene Dinge hat, die nicht mehr benötigt werden, kann sie dem Sewan-Kaufhaus spenden. Sachspenden werden bis 30 Minuten vor Ladenschluss am Seiteneingang angenommen. Gewünscht sind haushaltsübliche Mengen sowie saubere, saisonal passende und funktionsfähige Gegenstände. Bei Kleidung empfiehlt das Kaufhaus eine Menge von ungefähr zwei Taschen oder Umzugskartons.