Ihr seid Spirituosen-Liebhaber und genießt nicht nur den Geschmack eures Lieblingsgetränks – sei es Bier, Wein oder Likör –, sondern interessiert euch auch für die Geschichte dahinter? Dann gibt es in Berlin einige Bars, in denen ihr nicht nur gute Drinks bekommt, sondern gleichzeitig in das Flair vergangener Zeiten eintauchen könnt. Wo die Geschichte der Spirituosen jedoch besonders lebendig wird, dafür hat in Kreuzberg ein neues Museum eröffnet: Das kleine MAMPE Museum wurde am 3. Juli 2026 in den bestehenden Räumlichkeiten von Mampe Berlin eröffnet.

Es befindet sich nicht in einem klassischen Museumsgebäude, sondern direkt in der Manufaktur am Tempelhofer Berg 6, die wiederum im historischen Sudhaus einer ehemaligen Weißbierbrauerei untergebracht ist. Während hier bis heute Spirituosen hergestellt werden, erzählt das Museum auf kleinem Raum fast 200 Jahre Unternehmens- und Berliner Stadtgeschichte. Besonders schön für einen spontanen Besuch: Der Eintritt ist komplett kostenlos.
Die Geschichte von MAMPE begann ursprünglich nicht mit einer Bar oder einem klassischen Genussmittel, sondern mit einem medizinischen Produkt. 1831 entwickelte der Arzt Carl Mampe im pommerschen Stargard einen Magenbitter, der als Mittel gegen die damals grassierende Cholera gedacht war. Die bitteren Tropfen bestanden unter anderem aus Alkohol und verschiedenen Kräutern und wurden zunächst über Apotheken vertrieben. Aus diesen medizinischen Anfängen entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte die Spirituosenmarke MAMPE.
Auch im neuen Museum wird diese ungewöhnliche Entstehungsgeschichte erzählt. Besucher erfahren mehr über die Cholera im 19. Jahrhundert und die Kräuter und Gewürze, die für die bitteren Tropfen verwendet wurden. Zu sehen ist außerdem eine Kopie von Carl Mampes Approbationsurkunde aus dem Jahr 1823.Trotz seines Namens ist das „kleine MAMPE Museum“ mit seiner Sammlung erstaunlich umfangreich. Insgesamt werden 333 historische Objekte präsentiert. Dazu gehören alte Spirituosenflaschen und Gläser, historische Werbemittel, Cocktail-Rezepthefte, Fotografien und Dokumente aus unterschiedlichen Epochen der Unternehmensgeschichte.
Ein Teil der Sammlung stammt aus dem zuvor privat geführten MAMPE Museum von Karin Erb. Dadurch lassen sich heute an einem Ort zahlreiche Relikte aus fast zwei Jahrhunderten Unternehmensgeschichte entdecken.

Zu den kuriosesten Ausstellungsstücken gehört ein alkoholfreier Gin aus der Zeit der amerikanischen Prohibition, der in einer ungewöhnlichen Flasche in Form eines Affen präsentiert wird. Bereits in den 1920er-Jahren beschäftigte sich MAMPE mit alkoholfreien Alternativen. Die Geschichte der eigenen alkoholfreien Gin-Alternative „Null Null“ führt das Unternehmen bis ins Jahr 1921 zurück, als im Zuge der Prohibition entsprechende Produkte in die USA geliefert worden sein sollen.
Auch ein alkoholfreier Kümmel aus dem Jahr 1925 gehört zur Sammlung. Was heute wie ein moderner Trend erscheint, hat bei MAMPE damit eine rund 100 Jahre alte Geschichte. Das kleine MAMPE Museum soll bewusst mehr sein als eine klassische Ausstellung mit historischen Gegenständen in Vitrinen. Auch das Probieren von MAMPE-Produkten ist Teil des Museumskonzepts. Dadurch treffen Vergangenheit und Gegenwart unmittelbar aufeinander: Während Besucher historische Flaschen, Fotografien und Dokumente betrachten, werden nur wenige Meter entfernt weiterhin Spirituosen hergestellt.
Dabei sollte zwischen dem kostenlosen Museumseintritt und möglichen Verkostungen unterschieden werden. Der kostenlose Eintritt bedeutet nicht automatisch, dass jede Verkostung ebenfalls kostenlos angeboten wird.