Ihr liebt alte Gebäude, die früher einmal einem völlig anderen Zweck dienten und heute mit einem komplett neuen Konzept überraschen? Dann habt ihr Glück, denn davon gibt es in Berlin jede Menge. Von einer ehemaligen Apotheke, die heute ein Schokoladengeschäft beherbergt, bis hin zu einem Kaffee- und Brunchspot in einer früheren Shell-Tankstelle – hinter diesen Orten stecken besondere Geschichten. Und jetzt kommt ein absolutes Highlight dazu: THE KNAST in der Söhtstraße 7 in Berlin-Lichterfelde. Der denkmalgeschützte Komplex wurde zwischen 1902 und 1906 als Amtsgericht und Frauengefängnis errichtet.

Entworfen wurde die Anlage von den Architekten Rudolf Mönnich, Walter Sackur und Paul Thoemer. Das Frauengefängnis wurde mehr als ein Jahrhundert lang genutzt und schließlich 2010 geschlossen. Heute wird der historische Komplex schrittweise in einen außergewöhnlichen Adults-only-Ort verwandelt, der Hotel, Fine Dining, Bar, Kunst, Kultur und Events miteinander verbindet. Am 15. September 2026 eröffnet THE KNAST offiziell seinen Hotelbereich als Adults-only-Boutique-Hotel. Zum Start stehen neun Zimmer zur Verfügung, die aus ehemaligen Gefängniszellen entstanden sind. Vier weitere Suiten im obersten Stockwerk befinden sich noch im Bau, wobei eine davon sogar eine eigene Terrasse mit Blick auf den Garten erhalten soll.
Die Vergangenheit des Gebäudes wird dabei keineswegs versteckt, sondern bewusst in das Konzept integriert. THE KNAST bezeichnet seine Hotelzimmer selbst als „Zellen“. Gäste können zwischen verschiedenen Kategorien wählen. Die Einzelzellen sind zwischen 16 und 23 Quadratmeter groß, die Zweibettzellen zwischen 14 und 19 Quadratmeter und die Doppelzellen zwischen 19 und 24 Quadratmeter. Hinzu kommt eine 31 Quadratmeter große Junior Suite. Teilweise wurden dafür mehrere frühere Gefängniszellen miteinander verbunden. Bei einigen Zimmern erinnern zudem noch originale vergitterte Fenster an die frühere Nutzung des Gebäudes.
Einer der ungewöhnlichsten Bereiche von THE KNAST befindet sich in der ehemaligen Kapelle des Frauengefängnisses. Wo früher Gottesdienste stattfanden, befindet sich heute eine Speakeasy-Bar. Auf der Karte stehen unter anderem Signature Cocktails, klassische Whisk(e)ys, alkoholfreie Drinks und besondere Absinth-Rituale. Hinter dem Barkonzept stehen Fuchs & Hase und Barkeeper Mike Meinke. Passend zur geheimnisvollen Speakeasy-Atmosphäre gilt in der Bar eine strikte No-Photo-Policy. Damit sollen die Privatsphäre der Gäste und das ungestörte Erlebnis innerhalb der historischen Räumlichkeiten geschützt werden. Die Bar ist aktuell mittwochs und donnerstags von 18 bis 23 Uhr sowie freitags und samstags von 18 bis 1 Uhr geöffnet.
Das Restaurant von THE KNAST befindet sich im ehemaligen Verwaltungstrakt des Gefängnisses und ist ebenfalls ausschließlich Erwachsenen vorbehalten. Die Küche verantwortet Executive Chef Michael Zscharschuch. Neben einzelnen Gerichten können Gäste ein individuell zusammengestelltes Vier-Gänge-Menü oder ein Sechs-Gänge-Menü wählen.

Nicht alle ehemaligen Zellen werden für das Hotel oder gastronomische Angebote genutzt. Ein Teil wurde zu Ateliers für Künstlerinnen und Künstler umfunktioniert. Unter anderem hat der gemeinnützige Verein prideART Berlin hier eine Heimat gefunden. In den historischen Räumen finden Workshops, Ausstellungen und weitere kulturelle Veranstaltungen statt.
Überhaupt spielt Kunst eine zentrale Rolle im Konzept von THE KNAST. Das Programm reicht von Ausstellungen, Vernissagen und musikalischen Performances bis hin zu Burlesque, Rope Art beziehungsweise Shibari und Kink Comedy. THE KNAST versteht sich dabei als offener und toleranter Kulturort mit queerem Ethos. Der ehemalige Gefängniskomplex ist damit heute weit mehr als nur ein Hotel oder Restaurant und verbindet Gastronomie, Übernachtungen, Kunst und außergewöhnliche Veranstaltungen an einem einzigen historischen Ort.