Einen Besuch im Michelin-Restaurant verbindet man normalerweise mit einer ziemlich hohen Rechnung. Natürlich ist die Liste der ausgezeichneten Restaurants in Berlin lang und die Auswahl groß – doch wo wird der Geldbeutel am wenigsten strapaziert, fragt ihr euch? Da haben wir aktuell einen ziemlich guten Tipp für euch: Eine besondere Aktion in einem der bekanntesten Michelin-Restaurants der Stadt. Das Nobelhart & Schmutzig bietet noch bis zum 30. September ein außergewöhnliches „Heimat“-Menü an, das man für nur 39 Euro im Sternerestaurant bekommt.

Das Nobelhart & Schmutzig befindet sich in der Friedrichstraße 218 in Kreuzberg, unmittelbar an der U-Bahn-Station Kochstraße. Hinter der eher unscheinbaren Fassade verbirgt sich eines der bekanntesten Fine-Dining-Restaurants Berlins. Das Restaurant wurde 2015 eröffnet. Inhaber und Gastgeber ist Billy Wagner, während Micha Schäfer die Küche verantwortet. Nobelhart & Schmutzig ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Hinzu kommt ein Grüner Michelin-Stern, mit dem der Guide Michelin das besondere Engagement des Restaurants für eine nachhaltigere Gastronomie würdigt. Im Mittelpunkt der Küche stehen saisonale Produkte und eine konsequent regionale Beschaffung.
Auch international hat sich das Berliner Restaurant einen Namen gemacht. 2024 belegte Nobelhart & Schmutzig Platz 43 im Ranking „The World’s 50 Best Restaurants“ und gehörte damit zu den 50 besten Restaurants der Welt. 2025 erreichte es Platz 59 und landete damit auf der erweiterten Liste der Plätze 51 bis 100.
Normalerweise ist ein Abend im Nobelhart & Schmutzig entsprechend kostspielig. Das reguläre Menü kostet aktuell von Dienstag bis Donnerstag 120 Euro pro Person. Freitags werden 135 Euro und samstags 140 Euro fällig. Getränke kommen grundsätzlich zusätzlich hinzu, wobei gefiltertes Tafelwasser im Menüpreis enthalten ist.

Umso außergewöhnlicher ist das Konzept „Heimat“, mit dem man derzeit für nur 39 Euro im Sternerestaurant essen kann. Die Reihe wurde im Januar 2026 ins Leben gerufen und stellt etwa alle zwei Monate ein neues Gericht in den Mittelpunkt. Dabei stammt die Idee nicht aus der Küche des Nobelhart & Schmutzig. Stattdessen basiert jedes Gericht auf der persönlichen Kindheits- oder Essenserinnerung eines Menschen aus Berlin.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welches Gericht einem Menschen als Erstes in den Sinn kommt, wenn er an seine Kindheit und Heimat denkt. Diese persönliche Erinnerung greift das Team des Nobelhart & Schmutzig anschließend auf und interpretiert sie mit seiner eigenen Küchenphilosophie. In den bisherigen Ausgaben standen unter anderem Kohlroulade, Hühnerfrikassee, Beuscher und Ghormeh Sabzi auf dem Programm. „Heimat“ ist damit nicht einfach ein günstigeres Fine-Dining-Menü, sondern eine kulinarische Reihe über Menschen, Herkunft, Familie und persönliche Erinnerungen.
Aktuell läuft die fünfte Ausgabe der Reihe unter dem Namen „Heimat #5: Polpette“. Sie wird vom 11. August bis zum 30. September 2026 angeboten und basiert auf einem sardischen Familienrezept von Nina Serra. Sie kam 2005 nach Berlin und verbindet mit ihrer Kindheit unter anderem die Polpette ihrer Mutter, also Fleischbällchen in Tomatensauce. Das ursprüngliche Gericht war bewusst unkompliziert, denn ihre Mutter arbeitete als Krankenschwester und hatte im Alltag wenig Zeit für aufwendiges Kochen.
Das Nobelhart & Schmutzig greift diese Familienerinnerung auf und verbindet sie mit seiner eigenen Philosophie. Für die Polpette wird Kalbfleisch vom Erdhof Seewalde verwendet. Dazu kommen Tomaten und geröstetes Sauerteigbrot der Berliner Bäckerei Sironi, das an das sardische Brot Civraxiu erinnern soll.
Für 39 Euro pro Person bekommt man einen Teller Polpette in Tomatensauce mit geröstetem Sauerteigbrot. Wer danach noch Hunger hat, darf sich besonders freuen, denn ein Nachschlag ist im Preis enthalten. Außerdem gehören eine kleine „Wegzehrung“ zum Mitnehmen und gefiltertes Brita-Tafelwasser in still und sprudelnd zum Angebot.