
Das UNESCO-Welterbe-Areal erstreckt sich über mehr als 2.000 Hektar, umfasst zahlreiche Parks, Schlösser, Gärten und Bauwerke zwischen Potsdam und Berlin und zählt zu den herausragenden Beispielen europäischer Garten- und Architekturkunst des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Heilandskirche am Port von Sacrow wurde zwischen 1841 und 1844 im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV. errichtet und gilt als einzigartiges Beispiel italienisch inspirierter Kirchenarchitektur mit freistehendem Glockenturm (Campanile). Durch ihre Lage unmittelbar am Jungfernsee, einem Teil der Havel, wirkt die Kirche wie ein „venezianisches Schiff, das am Ufer liegt“ – ein bewusst gewähltes Sinnbild für Rückzug und Ruhe.
Über Jahrzehnte hinweg befand sich die Kirche direkt im Grenzgebiet zwischen der DDR und West-Berlin, da die Berliner Mauer und der Todesstreifen quer über ihr Grundstück verliefen. Von 1961 bis 1989 war das gesamte Gelände, einschließlich des Kirchengebäudes, unzugänglich und verfiel zusehends. Die DDR-Grenztruppen nutzten den Glockenturm zeitweise als Wachturm und versiegelten das Innere der Kirche. Noch am Weihnachtsabend 1989, kurz nach dem Fall der Mauer, fand dort erstmals wieder ein Gottesdienst statt. Ab den 1990er-Jahren wurde die Kirche umfassend restauriert und erstrahlt heute erneut in ihrer ursprünglichen Schönheit.

Das Schloss Sacrow (auch Sacrower Haus genannt) liegt unweit der Heilandskirche im zum UNESCO-Welterbe gehörenden Schlosspark Sacrow. Der Park wurde im 19. Jahrhundert maßgeblich von dem bedeutenden Gartenkünstler Peter Joseph Lenné gestaltet und stellt ein zentrales verbindendes Element innerhalb des Potsdamer Kulturlandschaftsraums dar. Seine geschwungenen Wege, gezielten Sichtachsen und landschaftlichen Bezüge verknüpfen Sacrow mit anderen Teilen der Potsdamer Havellandschaft, etwa dem Park von Glienicke und dem Neuen Garten. Heute finden auf dem Schlossgelände zeitweise Ausstellungen sowie kulturelle Veranstaltungen statt.