Wer in Berlin im Dezember auf eine malerische Schneelandschaft hofft, wird leider oft enttäuscht. Obwohl es klirrend kalt wird und wir an den schönsten Orten Schlittschuh laufen könnten, fällt der ersehnte Schnee meist eher in den Alpenregionen. Wenn ihr aber nicht gleich in die Berge fahren möchtet, aber dennoch ein urbanes Ziel mit wahrscheinlich leichtem Schneefall sucht, ist Prag die ideale Wahl.
Gerade in der Adventszeit ist eine Kurzreise in die tschechische Hauptstadt Gold wert. Von Berlin aus müsst ihr mit dem Zug nur einmal in Dresden umsteigen. Die gesamte historische Prager Innenstadt erstrahlt in einer wunderschönen Beleuchtung, die direkt an die Kulisse eines Weihnachtsmärchens erinnert. Die Weihnachtsmärkte in Prag sind weltberühmt und gelten zu Recht als einige der schönsten und stimmungsvollsten in ganz Europa.
Der Altstädter Ring: Das goldene Herzstück

Das unbestrittene Zentrum der Prager Weihnachtstradition ist der Markt auf dem Altstädter Ring. Er gilt als der größte und bekannteste Markt der Stadt und zieht mit seiner unvergleichlichen Atmosphäre sofort in den Bann.
Seine einzigartige Kulisse verdankt er der Lage: Eingebettet zwischen dem historischen Altstädter Rathaus mit der berühmten Astronomischen Uhr und der gotischen Teynkirche ist dieser Markt ein echtes Postkartenmotiv. Im Zentrum des Geschehens thront ein riesiger, prächtig geschmückter Weihnachtsbaum, dessen Lichter traditionell Ende November feierlich entzündet werden.
Die Marktstände, die oft vom ersten Adventswochenende bis zum 6. Januar geöffnet sind, bieten eine Fülle an tschechischem Kunsthandwerk, darunter mundgeblasenes Glas, Keramik und traditionelles Holzspielzeug. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, die lokalen Köstlichkeiten zu probieren: den süßen Trdelník (Baumstriezel), wärmenden Glühwein (Svařák) oder Honigwein (Medovina), sowie deftige Speisen wie gegrillte Würste und Esskastanien. Fast täglich wird hier zudem ein abwechslungsreiches kulturelles Programm geboten.
Wenzelsplatz: Das lebendige Gegengewicht

Nur einen kurzen Spaziergang vom Altstädter Ring entfernt, erstreckt sich der Markt am Wenzelsplatz. Er ist ebenfalls groß und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Im Vergleich zum Altstädter Ring wirkt dieser Markt jedoch etwas moderner und belebter, und bildet so ein dynamisches Gegengewicht zum Hauptmarkt.
Auch am Wenzelsplatz sorgt die festliche Beleuchtung für eine zauberhafte Stimmung. Der Markt ist ebenfalls bis zum Dreikönigstag am 6. Januar geöffnet. Besucher:innen finden hier eine ähnlich große Auswahl an Handwerksprodukten, Dekoartikeln sowie allen typischen Speisen und Getränken, die die Prager Weihnachtsmärkte auszeichnen.
Fredensplatz: Der lokale Geheimtipp

Wer dem großen Besucherandrang der beiden weltbekannten Weihnachtsmärkte in Prag lieber entgehen möchte, für den gibt es eine gute Alternative. Ihr findet auf dem Friedensplatz (Náměstí Míru) im Stadtteil Vinohrady eine authentische, intimere Option.
Dieser Markt gilt als Geheimtipp unter den Prager:innen und ist ideal für alle, die ein lokaleres Erlebnis suchen. Er startet traditionell als einer der ersten Märkte in Prag, oft bereits Mitte/Ende November, und schließt pünktlich an Heiligabend (24. Dezember). Die idyllische Kulisse vor der neugotischen St.-Ludmila-Kirche verleiht ihm eine besonders ruhige und festliche Atmosphäre. Da er hauptsächlich von Einheimischen besucht wird, entdeckt ihr hier noch mehr lokale Traditionen und weniger touristisch ausgerichtete Waren.