Unsere Stadt mit ihrem urbanen, manchmal leicht düsteren Charme wird jeden Frühling ein Stück heller. Nicht nur die Sonne taucht Berlin in ein neues Licht – auch die Natur trägt ihren Teil dazu bei. Wenn Blumen erblühen und Pflanzen wieder in voller Pracht stehen, zeigen sich an vielen Orten die schönsten Farben. Erst am vergangenen Samstag verwandelte sich der Breitscheidplatz in ein Meer aus 50.000 leuchtenden Tulpen. Während der Lavendel erst im Hochsommer seinen Höhepunkt erreicht, ist jetzt die perfekte Zeit für eine andere rosa-lila Blüte. Die Blume der Saison? Ganz klar: die Kirschblüte – und in Berlin lässt sie sich an vielen Orten bei einem entspannten Spaziergang bewundern. Doch ein Spot, nur rund 25 Minuten von der Innenstadt entfernt, sticht besonders hervor: Die TV-Asahi-Kirschblütenallee südlich von Berlin in Teltow zählt zu den größten und bekanntesten Kirschblütenanlagen Brandenburgs.

Die TV-Asahi-Kirschblütenallee verläuft direkt auf dem ehemaligen Grenzstreifen der Berliner Mauer und erstreckt sich entlang des Berliner Mauerwegs zwischen dem Ortsteil Lichterfelde und dem sogenannten Japaneck. Was einst als „Todesstreifen“ galt, hat sich heute zu einem beliebten Spazier- und Radweg entwickelt und zählt vor allem im Frühling zu den gefragtesten Ausflugszielen der Region.
Die Allee ist etwa 1,5 bis 2 Kilometer lang und mit rund 1.000 bis 1.100 japanischen Kirschbäumen bepflanzt. Damit gilt sie als eine der längsten Kirschblütenalleen in Berlin und Brandenburg. Während der Blütezeit verwandelt sich der gesamte Weg in ein durchgehendes rosa Blütenband, das sich eindrucksvoll entlang des Mauerwegs zieht. Die Kirschblüte setzt meist zwischen Mitte April und Anfang Mai ein, wobei die Phase der vollen Blüte nur etwa 10 bis 14 Tage anhält – danach fallen die Blüten schnell, weshalb das Timing für einen Besuch entscheidend ist.

Die Entstehung der Allee geht auf die Zeit nach dem Mauerfall zurück und ist das Ergebnis einer japanischen Spendenaktion. Initiiert wurde das Projekt vom TV-Sender TV Asahi, durch den rund 140 Millionen Yen – etwa eine Million Euro – gesammelt wurden. Insgesamt konnten so mehr als 9.000 Kirschbäume in Berlin und Brandenburg gepflanzt werden. Die Bäume stehen bis heute symbolisch für Frieden, Neubeginn und die Wiedervereinigung Deutschlands.
Jedes Jahr finden hier zudem Kirschblütenwochen und Hanami-Veranstaltungen statt, die zahlreiche Besucher anziehen. Besonders an den Wochenenden kann es daher schnell voll werden. Wer die ruhigere Seite der Allee erleben möchte, sollte möglichst früh am Morgen kommen.