Kaum ist der massive Stromausfall im Südwesten Berlins aufgearbeitet, steht bereits die nächste Notsituation bevor. Trotz frühzeitiger Warnungen lässt sich diese Entwicklung nicht aufhalten. Mit dem Sturmtief „Ellie“ erwartet uns ab Freitag eine äußerst turbulente Wetterlage. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet mit bis zu zehn Zentimetern Neuschnee, gefrierendem Regen sowie Windböen von 50 bis 60 Kilometern pro Stunde. Ein DWD-Meteorologe in Potsdam spricht von einer „Extremlage“. Die Auswirkungen werden auch den Verkehr erheblich treffen: Experten warnen vor Chaos auf den Straßen sowie vor gefährlichen Bedingungen auf den Autobahnen. Besonders betroffen sind der Norden und Osten Deutschlands, wo die Temperaturen bei dauerhaftem Frost auf bis zu minus sechs Grad sinken.

Bei den erwarteten Minusgraden droht stellenweise gefährliches Glatteis. Die Autobahn GmbH des Bundes teilte mit, dass Autofahrer mit Straßensperrungen, Staus sowie temporären Geschwindigkeitsbegrenzungen rechnen müssen. Die Winterdienste sind bereits rund um die Uhr im Einsatz, um die Strecken befahrbar zu halten. Verkehrsteilnehmer werden eindringlich dazu aufgerufen, ihre Fahrweise den winterlichen Bedingungen anzupassen. Langsames und vorausschauendes Fahren sowie ein ausreichend großer Sicherheitsabstand sind dringend erforderlich. Nicht notwendige Fahrten sollten nach Möglichkeit verschoben werden. Auch im Bahnverkehr kommt es zu erheblichen Einschränkungen: Zugausfälle und Verspätungen sind bereits angekündigt. Schnellzüge müssen ihre Geschwindigkeit reduzieren, mehrere Verbindungen im Norden und Nordosten Deutschlands werden schon ab Donnerstagnachmittag gestrichen.
Nicht nur die Verkehrsbetriebe bereiten sich auf die Extremwetterlage vor – auch die Krankenhäuser rechnen mit einem erhöhten Patientenaufkommen. „Die aktuellen Witterungsbedingungen stellen eine besondere Herausforderung dar und bergen ein erhöhtes Risiko für Stürze und Unfälle“, erklärt Bernhard Fleischer, leitender Oberarzt der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam. Die Notaufnahme sei organisatorisch und personell entsprechend vorbereitet. Das Unwetter soll voraussichtlich bis Samstag anhalten, weitere Schneestürme sind möglich. Erst ab Sonntag wird eine allmähliche Beruhigung des Sturmtiefs „Ellie“ erwartet. Mildere Temperaturen sind jedoch nicht in Sicht: Die Werte bleiben frostig, nachts können sie auf bis zu minus 15 Grad sinken.