Eine Ausnahmesituation, mit der zu Beginn des Jahres 2026 kaum jemand gerechnet hatte: Am Samstag, dem 3. Januar, führte der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal am südwestlichen Stadtrand Berlins zu einem großflächigen, tagelangen Stromausfall. Seit Sonntag sind bereits rund 15.000 zuvor betroffene Haushalte sowie 300 Gewerbeanschlüsse wieder mit Strom versorgt. Für die übrigen Haushalte rechnet der Netzbetreiber mit einer vollständigen Wiederversorgung bis Donnerstagnachmittag (8. Januar). Aktuell sind weiterhin etwa 35.000 Haushalte in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee betroffen.
Die Folgen sind verheerend: Berlins Innensenatorin Iris Spranger rief am Sonntag offiziell die Großschadenslage aus. Aufgrund der winterlichen Temperaturen wurden Notunterkünfte für besonders betroffene und hilfsbedürftige Menschen eingerichtet. Neben den vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und verschiedenen Hilfsorganisationen organisierten Unterkünften stellen auch mehrere Hotelbetriebe ihre freien Zimmer zur Verfügung. Dazu zählt unter anderem das kleine Hotel Curt Suites in Berlin-Mitte, das verbliebene freie Zimmer kostenlos für vom Stromausfall betroffene Menschen anbietet, die derzeit keine alternative Unterkunft haben. Die Zimmer verfügen über Heizung, warmes Wasser und bieten ausreichend Platz – auch für Familien mit zwei bis drei Kindern.

Der massive Stromausfall hat auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb: In vielen Schulen und Kitas wurde der heutige Schulbeginn abgesagt, nahezu alle Bildungseinrichtungen blieben geschlossen. Ab Mittwoch (7. Januar) soll der reguläre Unterricht wieder aufgenommen werden. In der Zwischenzeit wird eine Ersatzbetreuung an ausgewählten alternativen Schulstandorten organisiert. Deutlich wird, dass die Folgen des Stromausfalls noch tagelang spürbar sein werden – und das ausgerechnet in der kältesten Jahreszeit. Für Politik und Sicherheitsbehörden steht inzwischen fest, dass es sich beim Brand der Kabelbrücke um einen mutmaßlichen politisch motivierten Anschlag aus dem linksextremistischen Spektrum handelt. Die Ermittlungen dauern an. Die Stadt hat zudem Wärmeorte eingerichtet, an denen sich Betroffene aufhalten, Mobiltelefone aufladen und heiße Getränke erhalten können. Gleichzeitig kündigte die Polizei verstärkte Streifenfahrten in den betroffenen, teilweise dunklen Gebieten an. Rund 300 zusätzliche Polizeikräfte sind derzeit im Einsatz.