
Man kann bei dieser Ausstellung ohne Übertreibung von einer Weltsensation sprechen: Sie zeigt die ältesten monumentalen Bauwerke der Menschheit. Die Anlagen von Göbeklitepe sowie weitere Fundorte des Taş Tepeler-Projekts sind über 12.000 Jahre alt – und damit deutlich älter als Stonehenge oder die Pyramiden von Gizeh. „Gebaute Gemeinschaft“ macht sichtbar, dass komplexe soziale, symbolische und rituelle Strukturen bereits existierten, lange bevor Ackerbau, Sesshaftigkeit und Städte entstanden.
Ein Großteil der Exponate stammt aus dem Archäologisches Museum Şanlıurfa und wird erstmals international gezeigt. Solche Leihgaben sind extrem selten und gelten in der Fachwelt als archäologischer „Once-in-a-Generation“-Moment. Zu sehen sind außerdem neueste, bislang kaum öffentlich rezipierte Entdeckungen: Das internationale Taş-Tepeler-Projekt (seit 2020) hat Fundorte wie Karahantepe, Sayburç und Çakmaktepe erschlossen. Die aktuelle Forschung wird hier nahezu in Echtzeit ins Museum gebracht. Gezeigt werden unter anderem bis zu sechs Meter hohe, T-förmige Pfeiler, menschenähnlich stilisiert und reich mit Tierreliefs versehen. Sie zeugen von abstraktem Denken, hochentwickelter Bildsprache und kollektiver Organisation auf bislang ungekanntem Niveau.
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer hochkarätigen internationalen Zusammenarbeit zwischen dem Vorderasiatisches Museum Berlin, dem Archäologischen Museum Şanlıurfa, der Universität Istanbul und dem Deutsches Archäologisches Institut.