Ein Frühling ohne Ausflüge ins Umland wäre kein richtiger Frühling. Natürlich kommen wir auch in der Stadt, umgeben von Kirschblütenspots, schnell in den richtigen Vibe, doch die Natur vor den Toren Berlins hat noch einmal eine ganz eigene Qualität. In Brandenburg lässt sich wirklich abschalten, sei es in einem japanischen Bonsaigarten mit Zen-Elementen oder in einem idyllischen Birnengarten, der Landschaft und Literatur miteinander verbindet. Viele von euch lieben die Natur, doch möchten gleichzeitig auch etwas entdecken. Genau hier kommen Schlösser ins Spiel. Kaum ein anderes Ausflugsziel verbindet Geschichte, Architektur und Atmosphäre so eindrucksvoll. Über ganz Deutschland verteilt finden sich zahlreiche beeindruckende Anwesen, die einen Besuch wert sind. Und damit ihr dafür nicht allzu weit fahren müsst, haben wir ein Ziel für euch: Schloss Wolfshagen. Das Schloss gehört zu den spannendsten, aber oft unterschätzten in Brandenburg. Es liegt in der Prignitz, rund 150 Kilometer nordwestlich von Berlin, und verbindet Geschichte, Kunst und ländliche Ruhe auf eine besonders eindrucksvolle Weise.
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Das Schloss befindet sich in Groß Pankow in der Prignitz, einer der ältesten Kulturlandschaften Brandenburgs. Wichtig zu wissen ist, dass es zwei Schlösser mit dem Namen Wolfshagen in Brandenburg gibt. Gemeint ist hier das Schloss Wolfshagen in der Prignitz und nicht das zerstörte in der Uckermark.
Die Geschichte reicht über 800 Jahre zurück. Bereits im Jahr 1147 wurde das Gebiet von der Adelsfamilie Gans zu Putlitz besiedelt. Aus einer ursprünglichen Wasserburg entwickelte sich später ein Renaissancebau, bevor zwischen 1771 und 1787 das heutige spätbarocke Schloss entstand. Im 19. Jahrhundert ergänzte Peter Joseph Lenné die Anlage um einen Landschaftspark. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss enteignet, geplündert und in der DDR unter anderem als Schule genutzt, wodurch viel originale Ausstattung verloren ging. Seit den 1990er-Jahren wird es schrittweise restauriert und dient heute als Museum.

Heute könnt ihr das Schloss als Museum besichtigen, das vor allem durch seine authentische Atmosphäre überzeugt. In den historischen Wohnräumen bekommt ihr einen Einblick in das Leben des Landadels, mit originalen Möbeln, Porzellan, Kunsthandwerk und Ahnenporträts. Statt einer inszenierten Ausstellung wirkt vieles überraschend echt und nahbar. Besonders hervorzuheben ist die umfangreiche Sammlung unterglasurblau bemalten Porzellans, die zu den größten ihrer Art in Europa zählt und Alltagsgeschirr aus vier Jahrhunderten zeigt. Im Keller erwarten dich zudem ungewöhnliche Einblicke, darunter ein erhaltenes DDR-Klassenzimmer, eine alte Gutshausküche sowie Textilien und historische Kleidung. Gerade dieser Mix aus Adel, DDR-Geschichte und Alltagskultur macht den Ort so besonders.
Neben dem Museumsbetrieb wird das Schloss auch aktiv genutzt. Es dient als Kulisse für Hochzeiten, Feiern und verschiedene kulturelle Veranstaltungen. Besonders der Gartensaal zählt zu den schönsten Räumen der Anlage und wird häufig für besondere Anlässe genutzt.
Das Schloss ist in der Regel von März bis Dezember von Mittwoch bis Sonntag zwischen 11:00 und 17:00 Uhr geöffnet. In den Wintermonaten Januar und Februar ist es meist nur am Wochenende zugänglich. Der Eintritt liegt bei etwa fünf Euro.