Das Brandenburger Tor, das Reichstagsgebäude mit seiner kristallenen Kuppel, der Fernsehturm am Alexanderplatz – die Liste der Sehenswürdigkeiten Berlins könnte ewig weitergehen. Doch seien wir ehrlich: Wir sehen sie fast täglich und haben sie bestimmt schon mindestens einmal besucht. Wenn der Alltag in der Großstadt zu monoton und eintönig wird, tut es gut, einfach mal rauszukommen und sich von der umgebenden historischen Architektur beeindrucken zu lassen. In Brandenburg befinden sich zahlreiche Schätze, die nur darauf warten, von euch entdeckt zu werden – vom ältesten Barockschloss der Region bis hin zum bedeutendsten gotischen Klosterensemble Norddeutschlands. Es gibt so viel zu entdecken, und heute haben wir ein ganz besonderes Highlight für euch: Nur eine Stunde vor den Toren Berlins verbirgt sich das Schloss Boitzenburg in der Uckermark. Als eines der größten und eindrucksvollsten Herrenhäuser der Region bietet es eine beeindruckende Geschichte und jede Menge kulturelle Highlights.

Die Anlage wurde erstmals 1276 schriftlich erwähnt, entstand jedoch vermutlich bereits kurz nach 1250. Ursprünglich handelte es sich um eine wehrhafte Burg- und Wasseranlage in strategisch günstiger Lage. Im Jahr 1528 ging das Schloss dauerhaft in den Besitz der Adelsfamilie von Arnim über, einem der ältesten märkischen Uradelsgeschlechter. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage mehrfach umgestaltet – vom mittelalterlichen Wehrbau über barocke Erweiterungen im 18. Jahrhundert bis hin zur Neorenaissance im 19. Jahrhundert. Zwischen 1740 und 1750 entstand das dreiflügelige Unterhaus mit Mansarddach und Ehrenhof. In den Jahren 1838 bis 1842 wurde das Schloss nach Plänen von Friedrich August Stüler im neugotischen Stil umgestaltet, bevor es später weitere Elemente der Neorenaissance erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie von Arnim enteignet, und das Schloss diente bis 1990 als Erholungsheim der DDR-Armee.

1998 erwarb ein Investor das Schloss symbolisch für eine Mark und plante zunächst die Nutzung als Pony- und Jugendhotel. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte dieses Projekt jedoch nicht realisiert werden. Besonders beeindruckend ist die Lage des Schlosses: Es befindet sich auf einer Insel, umgeben von Wasserflächen und einer weitläufigen, idyllischen Landschaft. Der Park ist ebenso sehenswert wie das Schloss selbst. Im englischen Stil angelegt, mit Teichen und Alleen, stammt er aus der Feder von Peter Joseph Lenné und ist öffentlich zugänglich. Zudem befindet sich im Park ein Apollotempel aus dem 19. Jahrhundert, der heute häufig für Trauungen und Veranstaltungen genutzt wird.
Heute dient das Schloss als Hotel und Veranstaltungsort. Auch Führungen werden angeboten, darunter spezielle Programme für Klassenfahrten und Ferienlager. Besucher können hier nicht nur die eindrucksvolle Architektur und die grüne Umgebung genießen, sondern auch kulinarisch auf ihre Kosten kommen: Das Schlossensemble beherbergt eine eigene Kaffeerösterei sowie eine Schokoladen- und Eismanufaktur. Der Röstprozess der Kaffeebohnen kann live miterlebt werden und nach einem Spaziergang lädt das gemütliche Café mit hausgemachten Kuchen, Torten und Süßspeisen zum Verweilen ein. An warmen Tagen ist die hauseigene Eismanufaktur ein besonderes Highlight. Auch die Herstellung feiner Schokoladen- und Pralinenkreationen kann vor Ort beobachtet werden. Im Sommer lässt sich zudem die entspannte Biergartenatmosphäre genießen.
Das Schloss ist täglich von etwa 12:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (im Sommer länger). Aktuelle Informationen finden sich auf der offiziellen Website.