Musik spielte im geteilten Berlin eine ganz besondere Rolle. Während Udo Lindenberg 1983 mit seinem „Sonderzug nach Pankow“ die DDR-Führung provozierte und Bruce Springsteen 1988 vor Hunderttausenden Menschen in Ost-Berlin von einer Welt ohne Mauern sprach, setzte Roger Waters der deutschen Teilung 1990 ein spektakuläres musikalisches Denkmal. Nur wenige Monate nach dem Mauerfall verwandelte der Pink-Floyd-Mitbegründer den Potsdamer Platz in eine gigantische Konzertbühne. Im Mittelpunkt stand eine 170 Meter lange Mauer aus rund 2.500 Styroporblöcken, die während der Show errichtet und schließlich unter dem Jubel Hunderttausender Zuschauer zum Einsturz gebracht wurde.

Am 21. Juli 1990, nur acht Monate nach dem Fall der Berliner Mauer, verwandelte Roger Waters den Potsdamer Platz in die Kulisse eines der spektakulärsten Rockkonzerte der Musikgeschichte. Auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Ost- und West-Berlin inszenierte der frühere Pink-Floyd-Bassist seine berühmte Rockoper „The Wall“ vor Hunderttausenden Zuschauern. Im Mittelpunkt stand eine gigantische Bühnenmauer, die rund 170 Meter lang war und aus etwa 2.500 Styroporblöcken bestand. Während der Aufführung wurde sie Stück für Stück aufgebaut, bis sie schließlich zum dramatischen Höhepunkt unter gewaltigem Getöse einstürzte.
Die Symbolik hätte kaum eindrucksvoller sein können. Jahrzehntelang hatte die echte Berliner Mauer Familien, Freunde und eine ganze Stadt voneinander getrennt. Nun fiel an nahezu derselben Stelle eine künstliche Mauer, die für Isolation, Unterdrückung und gesellschaftliche Barrieren stand. Dabei war das ursprüngliche Pink-Floyd-Album „The Wall“ bereits 1979 erschienen und keineswegs speziell für Berlin geschrieben worden. Waters hatte die Geschichte ursprünglich als Auseinandersetzung mit persönlichen Ängsten, Entfremdung, Krieg und autoritären Strukturen entwickelt. Erst durch den historischen Schauplatz erhielt das Werk eine zusätzliche politische Bedeutung.

Für die monumentale Aufführung versammelte Waters zahlreiche internationale Musikstars. Bryan Adams, Cyndi Lauper, Sinéad O’Connor, Joni Mitchell, Van Morrison und die Scorpions gehörten zu den prominenten Gästen. Besonders bemerkenswert war auch die Beteiligung sowjetischer Militärmusiker. Gemeinsam machten sie das Konzert zu einem internationalen Ereignis, das weltweit im Fernsehen übertragen wurde.
Schätzungen zufolge verfolgten rund 250.000 bis 300.000 Menschen die Aufführung vor Ort. Das Konzert fand zu einer Zeit statt, als die deutsche Wiedervereinigung noch bevorstand: Erst am 3. Oktober 1990 wurden Ost- und Westdeutschland offiziell wiedervereinigt. Der Potsdamer Platz selbst war damals noch eine weitgehend unbebaute Fläche, geprägt von den Überresten der jahrzehntelangen Teilung. Heute stehen dort moderne Hochhäuser, Hotels und Einkaufszentren. Wo einst eine gigantische Bühnenmauer einstürzte, erstreckt sich inzwischen eines der bekanntesten Stadtquartiere Berlins.